Star Wars Imperial Assault

Das Imperium greift an

// Tabletop

Mit dem neuen Star Wars-Kinofilm erscheint gegenwärtig eine wahre Flut an Spielen, die im Star Wars-Universum angesiedelt sind. Ein kritischer Blick auf diese Spiele ist durchaus sinnvoll, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Star Wars: Imperial Assault aus dem Hause Fantasy Flight Games (in Deutschland beim Heidelberger Spieleverlag) hat die Wurzeln seines Spielprinzips bei Descent: Die Reise ins Dunkel (Zweite Auflage). Irgendwie ist es also ein Dungeoncrawler, was zunächst in der Star Wars-Umgebung merkwürdig anmutet. Bei einem etwas genaueren Blick stellt man aber fest, dass es gar nicht so unpassend ist, denn viele der angebotenen Missionen finden natürlich nicht in dunklen Gewölben statt, aber eben doch in verhältnismäßig engen und verwinkelten Gebieten. Seien es nun Gänge in einem großen Raumschiff, verworrene Pfade in den Wäldern von Endor oder eine kleine Station auf einem abseits gelegenen Außenposten.

Spielprinzip

Bei Imperial Assault übernimmt ein Mitspieler die imperiale Seite, jeder andere einen Rebellencharakter. Gespielt wird eine Abfolge verschiedener Einsätze, deren jeweiliger Ausgang die folgenden Missionen bestimmt. Außerdem können Rebellen und imperialer Spieler auch zwischendurch ihre Charaktere und Fähigkeiten weiter ausbauen – die siegreiche Seite natürlich besser als die unterlegene.

Eine Imperial Assault-Kampagne besteht aus zehn Einsätzen, davon vier Haupteinsätze, fünf Nebeneinsätze und eine Einführung. Beendet wird die Kampagne durch ein Finale.

Die Spieldauer der Missionen variiert zwar etwas, aber Imperial Assault bleibt ein schnelles Spiel, sodass man an einem Abend gut drei Einsätze durchspielen kann.

Die einzelnen Einsätze unterscheiden sich zum Teil stark voneinander. Manchmal bleibt den Rebellen nur eine Zeit von zum Beispiel sechs Spielrunden, um alle Terminals auf dem Gelände zu zerstören, ein anderes Mal muss nur ein einzelner Charakter beschützt werden, ohne dass es dafür eine Rundenbegrenzung gibt. Durch den aktiv agierenden imperialen Spieler werden die Einsätze zu taktischen Herausforderungen. Wo vollkooperative Spiele mit einer Regelmechanik für die Gegenseite agieren, ist man entweder auf den Zufall oder auf einen vorbestimmbaren Mechanismus angewiesen. Da der imperiale Spieler aber auch durch einen Mitspieler gelenkt wird, der ebenfalls versucht zu gewinnen, kommen sehr spannende Spiele zustande, bei denen die Spieler stets ihr Einsatzziel im Auge behalten müssen. Nichts liegt der Natur eines Wookies näher, als den Stormtrooper in Reichweite zu attackieren, aber wenn sein eigentliches Ziel die Zerstörung von Computerterminals ist, muss auch er sich zusammenreißen – eine große Herausforderung!

Aber in Imperial Assault steckt noch ein zweites Spiel! Mit dem Gefechtshandbuch liefert das Brettspiel eine Skirmisher-Variante, in der zwei Spieler mit zusammengestellten Streitkräften aus dem reichhaltigen Sortiment des Spiels in einem Mini-Wargame gegeneinander antreten können. Wem bei den Miniaturen also durch den Kopf gehen sollte Damit könnte man ja auch … bekommt sofort den passenden Regelmechanismus dazugeliefert.

Zahlreiche Erweiterungen geben dem Spiel einen fast unerschöpflichen Vorrat neuer Modelle, Einsätze und Umgebungen, sodass auch für Vielspieler keine Langeweile aufkommt. Die einzelnen Einsätze sind so gut durchdacht, dass beinahe jedes Mal der Ausgang am seidenen Faden hängt, das Spiel bis zuletzt spannend bleibt und die richtige Vorgehensweise belohnt wird.

Die Miniaturen

Hier hat sich auf dem Brettspielsektor viel getan. Die Miniaturen in Imperial Assault haben nichts mehr mit verbogenen Weichplastik-Spielmarkern alter Zeiten zu tun.

Der Kunststoff ist flexibel genug, um nicht zu brechen, bleibt aber formstabil. Details werden sehr fein abgebildet und die Miniaturen sind fein modelliert. Die beeindruckende Menge von 34 Modellen allein in der Grundbox kann ohne Weiteres mit so manchem Tabletop konkurrieren und schreit förmlich nach einer entsprechenden Bemalung.

Die Würfel

Bei Imperial Assault kommen Spezialwürfel zum Einsatz. Jedoch hat man sich auf eine gut überschaubare Würfelmenge und klassische Sechsseiter beschränkt. Es gibt drei qualitativ unterschiedliche Angriffs- und zwei unterschiedliche Verteidigungswürfel.

Angriffswürfel enthalten Zahlen für die Treffsicherheit (Reichweite) von Fernkampfattacken, Treffersymbole und Energiesymbole. Die Treffersymbole bestimmen die Menge der Treffer, die ein Angriff hervorbringt, die Energiesymbole können je nach Charakter und Ausrüstung verschiedene Effekte auslösen, die häufig der Spieler wählen kann. Sie sind ein interessantes Element, das bei der Auswahl von Waffen oder der Verbesserung von Charakteren stets in Betracht gezogen werden sollte.

Verteidigungswürfel enthalten Symbole, um Treffer, Energieergebnisse oder sogar komplette Angriffe zu negieren.

Star Wars Imperial Assault
(Heidelberger Spieleverlag, 2015)
2 bis 5 Spieler, 60 - 120 Minuten, ab 14 Jahre
Webseite: www.heidelbaer.de

Bilder: Heidelberger Spieleverlag/Fantasy Flight Games, Christian Schmal

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