Star Wars Imperial Assault

Das Imperium greift an

Kategorie: Brett- und Kartenspiele Tabletop
Tags: Star Wars Science Fantasy Heidelberger Fantasy Flight Games
von Christian Schmal

Mit dem neuen Star Wars-Kinofilm erscheint gegenwärtig eine wahre Flut an Spielen, die im Star Wars-Universum angesiedelt sind. Ein kritischer Blick auf diese Spiele ist durchaus sinnvoll, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Star Wars: Imperial Assault aus dem Hause Fantasy Flight Games (in Deutschland beim Heidelberger Spieleverlag) hat die Wurzeln seines Spielprinzips bei Descent: Die Reise ins Dunkel (Zweite Auflage). Irgendwie ist es also ein Dungeoncrawler, was zunächst in der Star Wars-Umgebung merkwürdig anmutet. Bei einem etwas genaueren Blick stellt man aber fest, dass es gar nicht so unpassend ist, denn viele der angebotenen Missionen finden natürlich nicht in dunklen Gewölben statt, aber eben doch in verhältnismäßig engen und verwinkelten Gebieten. Seien es nun Gänge in einem großen Raumschiff, verworrene Pfade in den Wäldern von Endor oder eine kleine Station auf einem abseits gelegenen Außenposten.

Spielprinzip

Bei Imperial Assault übernimmt ein Mitspieler die imperiale Seite, jeder andere einen Rebellencharakter. Gespielt wird eine Abfolge verschiedener Einsätze, deren jeweiliger Ausgang die folgenden Missionen bestimmt. Außerdem können Rebellen und imperialer Spieler auch zwischendurch ihre Charaktere und Fähigkeiten weiter ausbauen – die siegreiche Seite natürlich besser als die unterlegene.

Eine Imperial Assault-Kampagne besteht aus zehn Einsätzen, davon vier Haupteinsätze, fünf Nebeneinsätze und eine Einführung. Beendet wird die Kampagne durch ein Finale.

Die Spieldauer der Missionen variiert zwar etwas, aber Imperial Assault bleibt ein schnelles Spiel, sodass man an einem Abend gut drei Einsätze durchspielen kann.

Die einzelnen Einsätze unterscheiden sich zum Teil stark voneinander. Manchmal bleibt den Rebellen nur eine Zeit von zum Beispiel sechs Spielrunden, um alle Terminals auf dem Gelände zu zerstören, ein anderes Mal muss nur ein einzelner Charakter beschützt werden, ohne dass es dafür eine Rundenbegrenzung gibt. Durch den aktiv agierenden imperialen Spieler werden die Einsätze zu taktischen Herausforderungen. Wo vollkooperative Spiele mit einer Regelmechanik für die Gegenseite agieren, ist man entweder auf den Zufall oder auf einen vorbestimmbaren Mechanismus angewiesen. Da der imperiale Spieler aber auch durch einen Mitspieler gelenkt wird, der ebenfalls versucht zu gewinnen, kommen sehr spannende Spiele zustande, bei denen die Spieler stets ihr Einsatzziel im Auge behalten müssen. Nichts liegt der Natur eines Wookies näher, als den Stormtrooper in Reichweite zu attackieren, aber wenn sein eigentliches Ziel die Zerstörung von Computerterminals ist, muss auch er sich zusammenreißen – eine große Herausforderung!

Aber in Imperial Assault steckt noch ein zweites Spiel! Mit dem Gefechtshandbuch liefert das Brettspiel eine Skirmisher-Variante, in der zwei Spieler mit zusammengestellten Streitkräften aus dem reichhaltigen Sortiment des Spiels in einem Mini-Wargame gegeneinander antreten können. Wem bei den Miniaturen also durch den Kopf gehen sollte Damit könnte man ja auch … bekommt sofort den passenden Regelmechanismus dazugeliefert.

Zahlreiche Erweiterungen geben dem Spiel einen fast unerschöpflichen Vorrat neuer Modelle, Einsätze und Umgebungen, sodass auch für Vielspieler keine Langeweile aufkommt. Die einzelnen Einsätze sind so gut durchdacht, dass beinahe jedes Mal der Ausgang am seidenen Faden hängt, das Spiel bis zuletzt spannend bleibt und die richtige Vorgehensweise belohnt wird.

Die Miniaturen

Hier hat sich auf dem Brettspielsektor viel getan. Die Miniaturen in Imperial Assault haben nichts mehr mit verbogenen Weichplastik-Spielmarkern alter Zeiten zu tun.

Der Kunststoff ist flexibel genug, um nicht zu brechen, bleibt aber formstabil. Details werden sehr fein abgebildet und die Miniaturen sind fein modelliert. Die beeindruckende Menge von 34 Modellen allein in der Grundbox kann ohne Weiteres mit so manchem Tabletop konkurrieren und schreit förmlich nach einer entsprechenden Bemalung.

Die Würfel

Bei Imperial Assault kommen Spezialwürfel zum Einsatz. Jedoch hat man sich auf eine gut überschaubare Würfelmenge und klassische Sechsseiter beschränkt. Es gibt drei qualitativ unterschiedliche Angriffs- und zwei unterschiedliche Verteidigungswürfel.

Angriffswürfel enthalten Zahlen für die Treffsicherheit (Reichweite) von Fernkampfattacken, Treffersymbole und Energiesymbole. Die Treffersymbole bestimmen die Menge der Treffer, die ein Angriff hervorbringt, die Energiesymbole können je nach Charakter und Ausrüstung verschiedene Effekte auslösen, die häufig der Spieler wählen kann. Sie sind ein interessantes Element, das bei der Auswahl von Waffen oder der Verbesserung von Charakteren stets in Betracht gezogen werden sollte.

Verteidigungswürfel enthalten Symbole, um Treffer, Energieergebnisse oder sogar komplette Angriffe zu negieren.

Star Wars Imperial Assault
(Heidelberger Spieleverlag, 2015)
2 bis 5 Spieler, 60–120 Minuten, ab 14 Jahre
Webseite: www.heidelbaer.de

Bilder: Heidelberger Spieleverlag/Fantasy Flight Games, Christian Schmal


CS
Über den Autor

Christian Schmal schreibt für Zauberwelten-Online.de.

Artikel: Star Wars Imperial Assault
Das Produkt wurde kostenlos für die Besprechung zur Verfügung gestellt.
Dieser Artikel ist erschienen bei:

Kommentare

Artikel mit gleichen Tags

Star Wars – Am Rande des Imperiums  - Zwischen Gut und Böse
Pen & Paper
Tags: Star Wars Science Fiction Grundregelwerk

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit weit entfernten Galaxie ... Rollenspieler, denen bei diesen Worten ein heißkalter Schauer über den Rücken läuft, sehnen sich vielleicht danach, selbst in die Welt von Krieg der Sterne einzutauchen.

2044 - Die Sci-Fi-Fantasy-Serie • Sammelband 1
Literatur
Tags: 2044 Roman Science Fantasy Limarå Hèymdai

Von der Welt wird Mizuee als gnadenloser Killer gesehen … sie selbst betrachtet sich als Befreierin der Erde, setzt sich für den Planeten und im Prinzip auch für die Zukunft der Menschheit ein.

Limarå Hèymdai - Die Roman-Serie 2044
Literatur
Tags: Limarå Hèymdai Interview Autor 2044 Science Fantasy

Die Autorin Limarå Hèymdai beantwortet im Interview mit Zauberwelten-Online Fragen zu ihrer Roman-Serie 2044 – über die Entstehung der Idee, das Schreiben und den Aktualitätsbezug.

Heidelberger Spieleverlag - Von der Idee zum Spiel – ein Blick hinter die Kulissen
Brett- und Kartenspiele
Tags: Verlag Superhelden Heidelberger Batman Superman

Justice League – Hero Dice ist ein Würfelspiel aus dem Heidelberger Spieleverlag. Wie viel Arbeit hinter diesem auf den ersten Blick simpel erscheinenden Konzept steckt, beschreibt Sabine Machaczek für die Zauberwelten.

The Witcher – Abenteuerspiel - … oder: Das PC-Spiel in analog
Brett- und Kartenspiele
Tags: Witcher Brettspiel Fantasy Heidelberger

Eine schöne Art, gemeinsam mit seinen Mitspielern Temerien in der Rolle von Geralt oder einem seiner Freunde zu bereisen.

Super Dungeon Explore - Der vergessene König
Brett- und Kartenspiele
Tags: Brettspiel Heidelberger Ulisses Spiele

Super Dungeon Explore erblickte zum ers­ten Mal 2011 das Licht der Spielewelt und geht jetzt mit Der Vergessene König in eine neu überarbeitete Auflage.

Weitere Artikel

Vindex - Ödlandkrieger wider Willen
Literatur

Vindex kämpft allein gegen den Speaker, den selbsternannten Herrscher des Ödlands, der sein Land mit eiserner Faust unter Kontrolle hält. Doch Vindex hat nichts mehr zu verlieren, denn der Speaker hat ihm bereits alles genommen.

3.5 /5

Leuchtendschwarzer Rabenmond - Ein Märchen gegen falsche Vorurteile
Literatur

Cosima freut sich auf das Wochenende mit ihren Freunden. Nur sie, die Natur, ein wenig Alkohol und vielleicht eine neue Droge. Doch nach einer berauschenden Nacht bleibt nur gespenstische Stille. Und Miles, der neben einem blutigen Messer sitzt.

4.5 /5

Yakuza 6: The Song of Life - Ein Drachen geht in Rente
Games

Der mittlerweile in die Jahre gekommene Ex-Yakuza Kazuma Kiryu kämpft sich in seinem siebten und letzten Abenteuer erneut durch die Straßen Japans, um das Verschwinden seiner Ziehtochter aufzuklären.