The Witcher – Abenteuerspiel

oder: Das PC-Spiel in analog

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The Witcher – Abenteuerspiel - News

Erfolgreiche Konzepte wurden schon immer ausgeschlachtet bis nichts mehr zu holen ist. Doch im Bereich von The Witcher fängt man gerade erst damit an. Kaum kam der dritte Teil der PC-Rollenspiel-Reihe auf den Markt, die auf den Romanen von Andrzej Sapkowski basiert, beschert uns der Heidelberger Verlag eine Brettspiel-Version eines PC-Rollenspiels. 

Das klingt erstmal natürlich überhaupt nicht gut. Aber schon beim ersten Öffnen der Spielebox waren sämtliche Zweifel und Befürchtungen wie weggeblasen.

Ablauf des Spiels

Im Laufe des Spiels wird man immer wieder mit Abenteuerpunkten belohnt. Diese erlangt man – wie sollte es anders sein – durch die Erfüllung von Quests und das Erschlagen von Monstern. Das Spielmaterial und die Rundenmechanik erschaffen einen abwechslungsreichen und spannenden Spielablauf. Selbst die Anforderungen an die Fähigkeiten der Helden steigen im Laufe des Spiels, Ausrüstung und weitere Spielelemente geben daher wichtige Boni. Ebenso bringen die vier spielbaren Helden reichlich Abwechslung in das Spiel. Namentlich sind dies der Hexer Geralt, die Zauberin Triss, der Barde Rittersporn und der Zwerg Yarpen.

Das wirklich Spannende an diesem Brettspiel ist, dass jede dieser Figuren komplett verschiedene Fähigkeiten besitzt, weshalb jeder Charakter seinen eigenen Satz Würfel benötigt. Denn diese unterscheiden sich sowohl in Anzahl und Farbe als auch unterschiedlicher Symbolik von denen der anderen.

Das Spiel ist beendet, sobald ein Charakter eine bestimmte Anzahl Erfahrungspunkte gesammelt hat.

Spielmaterial

Wie eingangs angedeutet ist das beigelegte Spielmaterial hervorragend. Die Spielfiguren sind sehr detailliert gearbeitete Miniaturen der Charaktere. Wer Freude am Bemalen von Minis hat, kommt mit diesen Figuren voll auf seine Kosten. Sie stehen guten Tabletop-Figuren in nichts nach. Es finden sich keine hässlichen Kanten oder Gussnasen und sie sind aus einem Stück, müssen also nicht mehr zusammengeklebt werden, wie man es bei dieser Art von Figur vielleicht erwarten könnte. Der recht große Spielplan (ca. das sechsfache der Box) sowie alle Karten – von denen es reichlich gibt – zeigen handgezeichnete Illustrationen der Gegner oder der Umgebung.

Für die nicht unerheblichen Massen an kleinen Pappmarkern, Würfeln, Spielfiguren und Karten liegen auch passende, wiederverschließbare Kunststofftüten bei. Ohne diese würde ein vollkommenes Chaos in der Box herrschen, denn auf passende Kunststoffeinleger wurde vollkommen verzichtet. In einem zusätzlich zum Regelwerk beigefügtem Referenzbuch finden sich zusätzliche Informationen und Fallbeispiele zu Situationen, zu denen es im Verlauf des Spiels mit Gewissheit kommen wird.

Kritik

Viel auszusetzen gibt es nicht an dem Spiel. Es sollte aber einem potenziellen Käufer klar sein, dass man hier kein Mensch ärger dich nicht oder Siedler von Catan vor sich hat. Die Spielregeln sind deutlich umfassender und man kommt während der ersten Runden nicht umhin, ständig etwas in dem Regelwerk nachzuschlagen. Die Masse an Spielmaterial bedeutet auch eine lange Vorbereitungszeit. Man kann sich die Arbeit jedoch wunderbar zu zweit teilen: Einer drückt die Kärtchen aus den gestanzten Pappplänen, während sich der andere mit den Regeln vertraut macht. Beides kann bei der ersten Runde gut 30 Minuten in Anspruch nehmen. Der Hersteller gibt 1-2 Stunden Spielzeit für das Spiel an. Dies kann man höchstens als groben Richtwert betrachten, denn nur, wenn alle Mitspieler sehr gut mit den Regeln vertraut sind, ist das eine halbwegs zuverlässige Zeitangabe. Gerade wenn sich Mitspieler in der Runde befinden, die das Spiel noch nicht kennen, kann man die zu erwartende Spielzeit mit ruhigem Gewissen verdoppeln.

Was einem gegebenenfalls auf die Nerven gehen kann, ist die ständige Wiederholung der Spielmechanik. Dies liegt jedoch in der Natur von Brettspielen und jeder, der sich an den Spieltisch setzt, sollte sich darüber im Klaren sein.

Auch kann das Gefühl aufkommen, dass man mehr oder minder für sich alleine spielt. Zwar gibt es einen kooperativen Anteil, jedoch ist dieser recht klein. Auch fällt es schwer, dem Gegner Steine in den Weg zu legen, so dass einem nicht mal das gegenseitige Ärgern übrigbleibt.

Fazit

Wer Spaß an etwas komplexeren Brettspielen und Materialschlachten hat, dem sei dieses Spiel ans Herz gelegt. Es ist nicht erforderlich, die PC-Spiel-Reihe oder die Romane zu kennen. Wer sich für den Hexer-Zyklus interessiert und einen kleinen Vorgeschmack auf Sapkowskis Welt erhalten möchte, kann die begleitenden Texte auf den Spielkarten lesen und erhält so einen kleinen Einblick. Eine leichte Affinität zur Fantasy ist natürlich hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

Das Spiel macht wirklich Spaß und auch bei der 20ten Runde noch Laune. Jedoch ist es kein Spiel, das man spontan aus dem Schrank zieht und mal nebenbei beginnt.

Digitale Version

Wer digitale Versionen bevorzugt oder die Ausgabe von rund 45 € scheut, kann sich auch eine PC-Spiel-Variation zulegen. Ebenfalls gibt es eine Umsetzung des Brettspiels für Android und iOS für 3,99 € bzw. 5,99 € zu erwerben.

Weitere Rezensionen zum Hexer-Universum:


The Witcher – Abenteuerspiel
Heidelberger Spielverlag, CD Projekt RED, Q-Workshop
Spieleranzahl 2-4
Webseite: Das Spiel bei Heidelberger

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