Zeit des Sturms

Aufruhr im Königreich Kermack

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Endlich ist er wieder da: der Hexer Geralt von Riva. Diesmal gerät er in die Fänge der schönen Zauberin Koralle und bekommt es mit einem vermeintlichen Dämon zu tun. Zu allem Überfluss steht er auch noch ohne seine Waffen da und wird zum Spielball aller möglichen Intrigen …

Geralt von Riva ist ein Hexer. Als solcher zieht er durch das Land und jagt gegen Bezahlung Monster und Kreaturen aller Art. Auf seiner Suche nach Arbeit gelangt er in das Königreich Kermack, das durch Thronstreitigkeiten erschüttert wird. Aufgrund falscher Anschuldigungen wird Geralt inhaftiert, kommt jedoch mit Hilfe der schönen Zauberin Koralle bald wieder frei – obwohl sie doch alles andere als unschuldig an seinem Gefängnisaufenthalt zu sein scheint. Nach seiner Freilassung wird Geralt damit konfrontiert, dass seine beiden kostbaren Hexerschwerter verloren gegangen sind. Doch bevor er sich auf die Suche nach ihnen machen kann, wird er von der Koralle verführt und dazu gebracht, einen Auftrag auf Schloss Rissberg anzunehmen, das als magische Forschungsstätte bekannt ist. Es stellt sich heraus, dass im Umland ein Dämon beschworen wurde, der dort bereits etliche Menschen brutal ermordet hat. Bei seinen Patrouillen muss Geralt aber nicht nur erfahren, dass es sich mit dem Dämon doch etwas anders verhält, auch ist die Suche nach seinen Schwertern schwieriger als ursprünglich gedacht. Was als ruhiger Tavernenabend in Kermack begann, treibt Geralt von einem Abenteuer ins nächste, während er sich in allerhand Intrigen verstrickt …

Hexer mit Moral

Zeitlich spielt Zeit des Sturms zwischen den beiden erschienenen Kurzgeschichtenromanen und der folgenden Hexer-Saga – und damit auch weit vor den Witcher-Spielen. Somit handelt es sich hier um die erste zusammenhängende Geschichte rund um den Hexer.

Durch seinen Beruf ist Geralt verbittert und zynisch geworden; Menschen und andere Geschöpfe begegnen ihm grundsätzlich zuerst mit Misstrauen und Missgunst. Wie könnten sie auch anders, eilt Geralt der Ruf des emotionslosen Hexers oftmals – wenn auch teilweise unbegründet – voraus.

Geralt ist kein typischer Fantasyromanheld, der von Dorf zu Dorf zieht, um unschuldige Dorfbewohner zu retten. Er lässt sich gegen Lohn anheuern und tötet Ungeheuer meist brutal und rücksichtslos, nur darauf aus, seinen Auftrag auszuführen. Dabei bleibt er seiner Moral und seinen Prinzipien stets treu. Er tötet nie grundlos und man erkennt schnell, dass er sich immer noch Menschlichkeit bewahrt hat. 

Erwachsene Fantasy

Der neue Band wurde von Sapkowski gewohnt lebendig geschrieben und fügt sich in die Saga um Geralt gut ein. Die Dialoge sind wie immer voller Wortwitz und derbem Humor und die Charaktere werden gut beschrieben und sind vielschichtig. Genau wie Geralt kommt auch die Welt düster daher: Personen und Kreaturen agieren realistisch und werden plastisch dargestellt, nichts ist geschönt. Auch geht es oftmals brutal und blutig zu, nach einer bunten Fantasywelt sucht man bei Sapkwoski vergebens. Obwohl es sich diesmal nicht um Kurzgeschichten handelt, haben die einzelnen Kapitel dennoch einen solchen Charakter, da Geralt von einem Abenteuer ins nächste gerät und der Leser eigentlich nie weiß, was als Nächstes passiert. Geralt wird immer wieder von seinem eigentlichen Weg abgehalten und als Spielball für alle möglichen Intrigen verwendet.

Dadurch bleibt der Roman stets spannend und unvorhersehbar. Trotzdem behält die Geschichte einen roten Faden und wird am Ende auch stimmig aufgelöst.Da der Roman vor der eigentlichen Geschichte spielt, können auch Neueinsteiger sich leicht in Geralts Welt einfinden. Gleichzeitig handelt es sich um eine in sich abgeschlossene Geschichte, weshalb Vorwissen hier nicht wirklich nötigt ist, auch wenn z. B. auf Yennefer – Geralts (ehemalige) Geliebte – angespielt wird. Was ich persönlich schade finde, ist, dass im Klappentext des Buches bereits einiges von der Handlung verraten wird. Das Cover des Buches ist dagegen gut geglückt, da es auch stilistisch zu den übrigen Bänden der Reihe passt. Alles in allem ist der Roman nur zu empfehlen und ich habe mich, wie immer beim Lesen von Sapkowskis Romanen, gut unterhalten gefühlt.

Weitere Rezensionen zum Witcher-Universum:

Zeit des Sturms
Andrzej Sapkowski (Übersetzer: Erik Simon)
(dtv premium, 2015)
448 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-423-26057-2
Website: Zeit des Sturms

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