Imperia – Im Schatten des Drachen

High-Fantasy mit asiatischem Flair

// Literatur
Imperia – Im Schatten des Drachen - News

Schon seit Jahren träumt der junge Adelssprössling Hao davon, es seinem Vater gleich zu tun und als Kaisergardist der Familie alle Ehre zu machen. Denn die Garde des Kaisers steht für Werte wie Freiheit, Stärke und Frieden. In ihren Reihen möchte Hao das Reich vor den rebellischen Yin beschützen. Zweifel am Regime sind ihm fremd, bis das erste unfreiwillige Zusammentreffen mit dem Feind ganz anders verläuft, als Hao vermutet hätte. 

Im letzten Moment gelingt es einem Gardisten, Hao vor dem Feuerzauber eines verfeindeten Yin zu beschützen. Haos Retter ist niemand anderes als Kyu-Sung, einer der besten Gardisten des Kaisers und gleichzeitig dessen unehelicher Sohn.

Vom ersten Moment an besteht eine Verbindung zwischen den beiden Männern, die weit über körperliches Begehren hinausgeht. Denn Hao und Kyu-Sung sind in der Lage, den Ankh-Nasgath (Lebensgeist) des jeweils anderen zu sehen, was ohne eine Beschwörungsformel eigentlich nicht möglich sein dürfte. Als Hao schließlich in die Kaisergarde aufgenommen wird, sieht er sich aufgrund seiner Verbindung zu Kyu-Sung in ein Machtspiel voller Intrigen und Verrat am Kaiserhof hineingezogen.

Darüber hinaus gerät Hao durch Zufall in die Hände der verfeindeten Yin und muss erkennen, dass das brutale Vorgehen des Regimes gegen den vermeintlichen Feind vielleicht doch nicht gerechtfertigt ist. Trotz seiner Gefühle für Kyu-Sung zieht Hao es in Erwägung, sich den Rebellen anzuschließen. Damit bewahrheitet sich eine alte Legende: Wer den Ankh-Nasgath eines anderen sehen kann, wird eines Tages gezwungen sein, an verfeindeter Front zu kämpfen.

In der finalen Schlacht um Imperia stehen Hao und Kyu-Sung sich schließlich als Feinde gegenüber und zumindest einer von beiden scheint bereit, seine Prinzipien über Liebe zu stellen.


Zuhause in der fremden Welt

Vom ersten Satz an zieht Laurin Dahlems bildreiche und doch angenehm schnörkellose Sprache den Leser mitten hinein in eine klassische High-Fantasy-Welt, gespickt mit asiatischem Flair. Dabei führt er phantastische Kreaturen wie die Ankh-Nasgath so selbstverständlich in den Handlungsverlauf ein, dass sich der Leser zu keiner Zeit fremd in der Welt von Imperia fühlt.

Haos Lebensgeist LiFei entwickelt sich zum heimlichen Helden der Geschichte. Der kleine Drache ist nie um eine treffsichere Antwort verlegen und bringt nicht selten das Gefühlchaos seines Herrn auf den Punkt.

Mit Hao hat Dahlem einen sympathischen Protagonisten erschaffen, an dessen Seite sich der Leser gerne ins Abenteuer stürzt. Zwischendurch lässt der Autor geschickt weitere Erzählperspektiven wie die Kyu-Sungs oder die der Rebellen Maru und Houyoku einfließen, wodurch die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet wird.

Allerdings kann es zu Beginn etwas schwer fallen, die einzelnen Rebellengruppen und ihre Zugehörigkeit zu den jeweiligen Lebensschulen auseinanderzuhalten. Im Verlauf der Geschichte wird jedoch klarer, was es mit den Wegen des Himmels, der Asche usw. auf sich hat.

Facettenreich auf allen Ebenen

Imperia – Im Schatten des Drachen erzählt auf der einen Seite die Geschichte um die erbitterten Kämpfe zweier verfeindeter Lager, die durch gegenseitiges Misstrauen und Verrat in einem Teufelskreis voller Brutalität gefangen sind. Auf der anderen Seite ist es aber auch die individuelle Geschichte zweier Männer, die nicht nur gegen äußere Umstände, sondern auch gegen ihre inneren Dämonen und die Zerrissenheit ihrer Familien kämpfen müssen.

Einen besonderen Leckerbissen des Romans findet der Leser in der Verschmelzung von epischer Fantasy und asiatischer Kultur. Man merkt der Geschichte an, dass Dahlem sich intensiv mit den Themenkomplexen rund um Naturgeister und asiatischer Kampfkunst beschäftigt hat. Insbesondere die detaillierten Kampfszenen mögen auf den ersten Moment in ihrer Länge abschreckend wirken, doch wer sich darauf einlässt, wird schnell in einen faszinierenden Strudel aus temporeicher Handlung und Melancholie hineingezogen.

Fazit

Mit Imperia – Im Schatten des Drachen ist Laurin Dahlem eine mitreißende Geschichte gelungen, die im Hinblick auf Spannungsaufbau, Charakterzeichnung und Weltenbau überzeugt. Sowohl Hao als auch der unnahbar wirkende Kyu-Sung erscheinen zu jeder Zeit auf ihre eigene Art authentisch. Besonders der legendäre Kaisergardist kann nicht recht aus seiner Haut, was der Geschichte bis zum Ende Potenzial zum Mitfiebern bietet. Der Leser kann sich zu keiner Zeit sicher sein, welche Wendungen noch auf ihn lauern, sodass Imperia bis zur letzten Seite nervliche Anspannung garantiert. 

Imperia – Im Schatten des Drachen 
Laurin Dahlem
(Verlag in Farbe und Bunt, 2016)
320 Seiten, Softcover
Webseite: Imperia bei In Farbe und Bunt
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