Hellhole

Wenn der Teufel bei dir los ist …

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Um sich nach einem anstrengenden Tag in der Tankstelle abzureagieren und die Sorgen um seine herzkranke Mutter zu vertreiben, geht Max auf den Hässlichen Hügel von Eastville und buddelt wie wild. Dass er dabei keine echten Dinosaurierknochen finden würde, ist ihm eigentlich schon klar. Dann aber entdeckt er, dass das von ihm gegrabene Loch scheinbar unendlich tief in die Erde führt – und sich gar nicht mehr auffüllen lässt. Als er kurz danach zu Hause im Keller einen Teufel vorfindet, wird ihm klar, dass er versehentlich ein Tor zur Hölle geöffnet hat.

Max ist eigentlich der klassische Außenseiter: Weder gut noch schlecht in der Schule, fällt weder durch sein Äußeres noch sein Verhalten sonderlich auf und hat eher Hobbys, für die man keine Freunde braucht – Videospiele und Paläontologie. Ansonsten kümmert er sich darum, dass seine kranke Mutter und er mehr schlecht als recht überleben – auch wenn sich die unbezahlten Rechnungen immer mehr stapeln.

Dass auf einmal ein Teufel namens Burk auf seiner Couch sitzt, bringt Max’ Alltag doch ziemlich durcheinander. Schließlich möchte er nicht, dass seine Mutter den Schock ihres Lebens bekommt und daran stirbt. Außerdem verschlingt Burk Unmengen an Fastfood-Snacks, spielt gewaltverherrlichende Videospiele, grölt und flucht lautstark und unglaublich derb – und macht keine Anstalten, sich woandershin zu bewegen.

Der Handel mit dem Teufel

Allerdings sind Teufel auch dafür bekannt, dass sie sich auf Abmachungen mit Menschen einlassen … und genau das versucht Max: Burk verspricht, Max’ Mutter ein neues Herz zu besorgen, damit sie nicht in Kürze stirbt. Allerdings muss Max ihm im Gegenzug ein Haus verschaffen – mit allem Drum und Dran, inklusive Whirlpool und Riesenkühlschrank, ein höllisch gutes Domizil eben.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Und wie stiehlt man ein Haus? Zusammen mit seiner Verbündeten Lore, die auch schon einmal ein ähnliches Teufel-Problem hatte, entwickelt Max einen kriminellen Plan nach dem nächsten – alles, um Burk aus der Nähe seiner Mutter zu entfernen und ihr Leben zu retten. Dass man einen Teufel nicht so einfach loswird, wie Max sich das anfangs dachte, wird ihm schneller klar, als ihm lieb ist … aber nun hat er den Salat, pardon, Höllenbewohner.

Alles andere als klassisch oder langweilig

Verdient hat Max sein Schicksal ganz bestimmt nicht, was den Leser schon zu einem gewissen Teil von Anfang an auf seine Seite bringt. Dass er außerdem in seiner äußerst sympathischen Art in (fast) jedes Fettnäpfchen stolpert, lässt auch seine kriminellen Machenschaften, die er im Verlauf des Buches begeht, weniger schlimm erscheinen. Schließlich möchte er seine Mutter retten – und ja, er war nun einmal dusselig genug, sich tatsächlich auf einen Handel mit einem Teufel einzulassen. Apropos Teufel: Burk ist wirklich ein ziemlich ausgefuchster … Höllenbewohner. Und dabei so menschlich in seinen Schwächen, dass man ihn fast mag – bis er wieder Max quält. Aber unterhaltsam ist er trotzdem. Auch Lore ist ein ganz einzigartiger Charakter und dass sie ein Brecheisen namens Russell Crowbar besitzt, ist dabei erst die Spitze des Eisbergs.

Wieso diese Charakter-Huldigung? Weil es einfach Spaß macht, diese Figuren durch Hellhole zu begleiten, und das Ende viel zu schnell erreicht ist. Es ist unterhaltsam und böse, ironisch lustig – und enthüllt außerdem ein paar ganz besondere Katzenfähigkeiten … aber das sei nur am Rande bemerkt.

Hellhole
Gina Damico (Übersetzerin: Frauke Meier)
(Penhaligon, 2015)
384 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3764531423
Webseite: Hellhole

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