theHunter: Primal

Urzeitliche Leckerbissen – DU bist Schnitzel!

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Bei theHunter: Primal sollen andere Planeten besiedelt werden. Blöd nur, dass die ideale neue Heimat gerade noch voller Dinosaurier ist – wie sie noch einige Millionen
Jahre zuvor auf der Erde herum krochen. Doch anstatt wertvolle Ressourcen zu verschwenden, schickt die Regierung zur Befriedung Häftlinge auf den Planeten. Damit spart man nicht nur militärische Kräfte ein, man kriegt auch die Überbevölkerung in den Griff. Und die Gefängnisinsassen bekommen eine Chance, ihre Freiheit zu erkämpfen. In ihrer grenzenlosen Großzügigkeit spendiert die Regierung außerdem knallgelbe Kleidung und eine ganze Machete zur Selbstverteidigung!

Toller Auftakt, schöne Story – doch leider endet sie auch sofort nach Beginn des Spiels. Wie beim Jagd-Simulator theHunter geht es in Primal um die Jagd, nur dass eben Dinosaurier und nicht Rotwild und Karnickel geschossen werden. Die Klopfer und Bambis dieses Planeten können dummerweise zubeißen …

Gameplay
Um nicht Gefahr zu laufen, eine kostbare Fähre zu verschwenden, wird der Spieler in einer Art Rettungskapsel auf dem Planeten abgeworfen. Zur kostenlosen Standardausstattung gehört die erwähnte gelbe Knastkleidung und eine Machete. Wer seine Ingamewährung auf den Kopf hauen möchte, kann vor dem Abwurf noch einen schrappeligen Bogen samt Pfeilen erwerben. Allerdings taugt das Zeug nichts und man kann getrost sein Geld sparen, das man auch mit dem Töten von Dinos verdienen kann.

Die Kapsel landet zufällig auf der verhältnismäßig großen Map, bei der landschaftlich keine Langeweile aufkommt. Zudem haben die unterschiedlichen Dinosaurierarten ihre eigenen Gebiete, die sich jedoch überschneiden können. Auch lassen sich an markierten Orten Spuren vergangener Zivilisationen finden. Dort besteht auch eine Chance, ein Datenpad zu finden, welches die Vergangenheit des Planeten in kleinen Brocken enthüllt. Zur Unterstützung werden an Aussichtspunkten und zufälligen Orten Versorgungskisten abgeworfen. Dort findet man mit viel Glück bessere Waffen, passende Munition, Zielvorrichtungen und Tarnkleidung. Ein über das Spielmenü erreichbares Handbuch gibt Tipps zur Bekämpfung der verschiedenen Tierarten. Dort kann man nachlesen, welcher Dino wo seine Schwachstelle hat, um ihn möglichst schnell zu besiegen.

Gemeinsam sind wir stark
Das Spiel lebt ganz klar vom Multiplayer. Man hat die Möglichkeit, einen bis zu 16 Spieler großen Server zu eröffnen oder einem offenen Server beizutreten. Der Ersteller kann wählen, ob PvP eingeschaltet und ob das Spiel mit einem Passwort geschützt ist. Eine kleine Länderflagge gibt die Nationalität des Erstellers an und lässt Rückschlüsse auf die im Chat gesprochene Sprache zu.

Jagdsaison
Momentan gibt es fünf verschiedene Dinosaurierarten: Velociraptor, Utahraptor, Quetzalcoatlus (fliegt), Triceratops und der Tyrannosaurus Rex. Seit dem letzten Update hat auch jede dieser Arten verschiedene Skins, damit die Tiere nicht immer gleich aussehen. Außerdem verursacht jede Art bestimmte Geräusche und man kann anhand der Lautstärke auch ungefähr abschätzen, wie weit die Dinos entfernt sind. Wer eine gute Soundhardware besitzt, kann sogar die Richtung ausmachen. Zur Abrundung der Atmosphäre bekommt der Spieler die landschaftlich passenden Umgebungsgeräusche von Gewässern und Dschungel zu hören. Gerade wenn man alleine unterwegs ist, kann einen diese Atmosphäre an die nervlichen Grenzen treiben.

Kritik
Grafisch und vom Sound her macht das Spiel einiges her. Es ist zwar keine High-End-Grafik, allerdings macht sie auf höchster Einstellung eine sehr gute Figur. Das Spiel selbst ist ein no-brainer und wird im Singleplayer sehr schnell langweilig bzw. frustrierend, wenn man versucht gegen T-Rex oder drei Raptoren gleichzeitig anzukommen. Im Multiplayer kann man jedoch sehr schnell die Zeit vergessen, sofern man denn ausreichend Wild zum Jagen findet und genügend Waffen samt Munition vorhanden sind. Wirklich schade ist aber, dass dieses Spiel eben nur aus der Jagd besteht. Ein wenig mehr Inhalt, wie z.B. Crafting von Waffen, Ausrüstung oder Häusern, würde für langfristigen Spielspaß sorgen. In der derzeitigen Fassung taugt es jedoch nur zum Casual-Gaming.

Es ist noch nicht lange her, da befand sich das Spiel noch im EarlyAccess. Doch von einem Tag auf den anderen erklärten es die Entwickler für fertig, nur um dann in den folgenden drei Wochen plötzlich wichtige Updates hinter her zu schießen. Aber alles in allem macht das Spiel auch zum heutigen Zeitpunkt keinen fertigen Eindruck. Neben den wenigen Saurierarten und dem mäßigen Spielinhalt reihen sich noch einige Bugs und Balancing-Probleme ein. Die beiden zuletzt genannten Punkte werden mit jedem Update weniger, doch eigentlich hätte das schon vor Release behoben sein müssen.

Fazit
Man muss abwägen, ob man bereit ist, knapp 28€ für ein noch nicht wirklich fertiges Spiel auszugeben. Es sei aber gesagt, dass es in kleinen Dosierungen wirklich sehr viel Spaß macht – insbesondere in Verbindung mit einer festen Jagdtruppe und Kommunikationsmöglichkeiten wie Teamspeak, Skype oder ähnlichem. Und man darf auch nicht den wichtigsten Punkt vergessen: Es geht um Dinos!
 
Interesse geweckt? Dann schaue dir unser Lets Play zum Spiel an. Klicke hier für die YouTube-Playlist.

theHunter: Primal
(Expansive Worlds, Avalanche Studios)
Plattformen: Windows
Webseite: theHunter: Primal

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