Die Saga von Atlas und Axis 2

Zweiter Teil der Hundesaga

Kategorie: Literatur
von Carsten Thurau

Man stelle sich eine Welt vor, in der nicht die Menschen Sieger der Evolutionslotterie wurden, sondern die Hunde. In dieser Welt namens Pangea können neben diesen auch andere Tiere sprechen, dummerweise ebenfalls die Kaninchen und Schafe, also die Beutetiere. Die Welt ähnelt ein bisschen unserem Mittelalter, wenn man von den sprechenden, auf zwei Beinen gehenden Hunden absieht – und den anderen Tieren mit ähnlichem Verhalten. Beispielsweise ist die Gastwirtin Honey eine Bärin, die fast doppelt so groß ist wie die beiden Hunde.

Der Windhund Atlas und der kleine Terrier Axis durften schon im letzten Jahr auf ihr erstes Abenteuer gehen, um die Schwester von Atlas zu retten – was nicht so wirklich gut gelang. Im zweiten Teil helfen sie einigen sich streitenden Forschern. Der eine ist der Meinung, dass Tiere sich aus anderen Tieren entwickelt hätten, Hunde beispielsweise aus Wölfen – schockierende Idee - und beide Elefantenarten aus den Wollmammuts. Atlas und Axis machen sich auf den weiten Weg in die Tundra. Dabei verläuft ihre Reise nicht unbedingt geradlinig.

Einen kleinen Hintergedanken haben sie bei ihrer Hilfeleistung: Sie wollen über die Legende des Knochens von Khmera und den Napf des Überflusses forschen. Derjenige, der den Napf findet, muss sich nie wieder sorgen, etwas Essbares zu finden. Wobei ich als Leser schon damit rechne, dass derjenige selbst aufgefressen wird – aber das müssen weitere Bände zeigen. Es ist nicht der einzige offene Handlungsfaden, der noch zum Abschluss geführt werden möchte: Die Hündin Mika, in die Atlas sich verliebt hat, ist verschwunden, und die Füchsin Raposa hatte am Ende von Band 1 Rache geschworen. Es gibt also noch einiges an Stoff für die nächste Zeit.

Weg von der Story

Der Zeichenstil ähnelt ein bisschen den franko-belgischen Funnys und ist sehr angenehm. Gut gefallen hat mir beispielsweise eine Seite, auf der nur im letzten Bild geredet wird, die Bilder vorher aber sehr schön kleine Begebenheiten erzählen (wie die Tatsache, dass sich ein Schaf verängstigt vor dem Hund versteckt).

Vordergründig gibt es einen Niedlichkeitsfaktor. Hunde als Helden - süß. Die Hunde sind aber nicht nur süß, sie können – alleine schon als Fleischfresser – gemein sein, quasi unmenschlich. Dabei persiflieren sie in weiten Teilen menschliches Verhalten. Eigentlich passt der Comic sehr gut zur momentanen Situation unserer Welt, in der Intoleranz zuzunehmen scheint. Atlas und Axis greift das auf und zeigt, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, wie man leben kann.

Was gefiel mir besonders?

Mein absolutes Highlight war die Erklärung der Evolutionstheorie aus dem Mund eines Hundes mit Elefanten, Giraffen und Hunden als Beispiel. Diese Erklärung kann man auch seinen Kindern vorlesen, da sie sehr schön und anschaulich geraten ist.

Wobei eine Szene mir doch noch besser gefiel, die nicht verraten möchte. Nur so viel: Schafe explodieren auf dieser Welt im Augenblick ihres Todes und der Autor muss Monty Python gesehen haben …

Fazit

Mir hat der zweite Teil der Saga von Atlas und Axis besser gefallen als der erste. Die Geschichte ist ausgereifter und nicht ganz so chaotisch und zusammengestückelt, verliert aber dadurch nicht an Action. Im Gegensatz zum ersten halte ich ihn auch für kindertauglicher.

Im September folgt dann der dritte Teil. Die Rezension zum ersten teil findet ihr hier.

Die Saga von Atlas und Axis #2
Pau (Übers.: Swantje Baumgart)
(Toonfisch-Verlag, 2017)
80 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-95839-926-6
Webseite: Die Saga von Atlas und Axis

CT
Über den Autor

Carsten Thurau schreibt für Zauberwelten-Online.de.

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