Das Kind, das nachts die Sonne fand

Der neue Roman von Bestellerautor Luca Di Fulvio

// Literatur
Das Kind, das nachts die Sonne fand - News

Die Geschichte beginnt im Raühnval, ein opulentes Herrschaftsgebiet in den Ostalpen, am 21. September 1407. Der junge Marcus II. von Saxia ist neun Jahre alt und lebt ein privilegiertes Leben als Sohn des Landesfürsten. An diesem Tag wird er alles verlieren. Bei einem Massaker werden Marcus' Familie und alle übrigen Burgbewohner brutal ermordet. Durch einen Zufall wird Marcus von den Schergen des Fürsten Osternig, welcher sein Machtgebiet ausdehnen will, übersehen. Dank der Hilfe von Elisa, der Tochter der Dorfhebamme, bleibt Marcus unentdeckt und findet mit einer neuen Identität Aufnahme bei den Dorfbewohnern. Die Entbehrungen und Demütigungen beginnen. Marcus ist als Kind naiv und unwissend und muss sich entscheiden, welchen Weg er gehen will. Er entscheidet sich für Freiheit und Gerechtigkeit.

Das Ende des Roman lässt schon der Klappentext erahnen. Wie bei vielen anderen Geschichten wird der Held einen langen, steinigen Weg gehen müssen, aber am Ende überleben und eine Liebe für den Rest seines Lebens finden. So weit so gut. Was den Roman ausmacht, findet sich zwischen den Buchdeckeln. Nachdem der kleine Marcus von Elisa vor dem Feuertod gerettet und in das Dorf gebracht wird, nimmt sich Agnete widerwillig dem Jungen an. Sie gibt ihm den Namen Mikael und täuscht vor, ihn im Nachbartal gekauft zu haben.

Schwere Kindheit

Die erste Zeit fällt es Marcus schwer, sich in der Rolle des Leibeigenen zurecht zu finden. Mit Hilfe des Einsiedler Raphael überwindet er seine Ängste und mit den Jahren wird er ein starker, junger Mann. Diese Jahre werden durch die Quälereien des neuen Fürsten, Herrn von Ojsternig, begleitet. Selbstherrlich hat er sich das Raühnval einverleibt und presst die Bewohner bis auf das Blut aus. Anstatt mit Weisheit herrscht er mit den Schwertern seiner Soldaten. Während Menschen vor Hunger sterben, leben er und seine Männer bei Fleisch, Bier und Huren. Als Ojsternig von einem seiner Opfer prophezeit wird, dass er dereinst lieben wird, lässt er die Frau als Hexe zum Tode verurteilen. Marcus kann nicht weiter zusehen und befreit die Verurteilte. Er flieht mit dem Rebellenanführer Volold aus dem Tal, verfolgt von den Häschern des Fürsten. Die Flucht gibt Marcus Zeit, mehr zu lernen und nach Antworten auf seine Fragen zu suchen. Erst dann kehrt er  in das Raühnval zurück, um sich dem Kampf zu stellen.

Fazit

Die Geschichte selbst ist nicht lang, doch der Autor versteht es mit seiner Sprache die Erzählfäden kunstvoll zu verweben. So heißt es standzuhalten und sich auf die Erzählungen einzulassen. Thematisch wird im Roman die Ausbeutung des Volkes und ihr Widerstand beschrieben. Es werden Gleichnisse benannt und er lässt die Dorfbewohner über ihr Schicksal diskutieren. Mit jedem Kapitel wächst die Geschichte und neue Facetten verändern deren Lauf. Es sei nochmal erwähnt, dass der Herr von Osternig wirklich sehr brutal mit seinen Leibeigenen umgeht und auch vor Betrug und Mord nicht zurück schreckt. Aus Lust und Laune werden Menschen getötet. Er ergötzt sich am Leid der Untertanen und liebt nur sich selbst – was letztlich zu seinem Untergang führt.

Dem Roman liegt eine einfache Geschichte zu Grunde, die gut unterhält. Die Szenerie und die Hintergrundgeschichte macht den Roman komplex, sofern man sich damit beschäftigen möchte.

Das Kind, das nachts die Sonne fand
Luca Di Fulvio (Übersetzung: Katharina Schmidt, Barbara Neeb)
(Bastei Lübbe, 2015)
830 Seiten, Softcover
ISBN-13: 978-3-404-17180-4
Webseite: www.luebbe.de

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