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4 /5

Escape Game: Der Schatz der Templer

Entschlüsselt das Geheimnis der Tempelritter!

Kategorie: Games
Tags: Tempelritter Escape Room historisch Ritter Flucht Templer
von Carsten Thurau

Panini hat eine Reihe von Escape Games herausgebracht, die sich um eine Geheimgesellschaft namens "Das Auge" drehen. Im Schatz der Templer darf man den verborgenen Schatz der Tempelritter aufspüren. Und alles beginnt in Jerusalem.

Bevor wir uns dem eigentlichen Spiel zuwenden, werfen wir einen gemeinsamen Blick in die Schachtel und somit auf das Spielmaterial.

Der Inhalt

Der Schatz der Templer besteht aus einer Karte Europas, einem Lineal und einem Winkelmesser, einem Regelbuch und dem Notizbuch des Georges de Laprées. Im Regelbuch findet man auch – wenn nötig – Hinweise für die einzelnen Rätsel und für besonders schwierige Fälle die Lösungen derselbigen. Die Rätsel selbst findet man auf ca. 100 Spielkarten. Davon sind ca. 50 Ortskarten (davon erzählen viele, dass man an dem Ort einfach nichts findet) und 50 weitere Karten enthalten zusätzliche Informationen für bestimmte Rätsel.

Die Rätsel sind linear hintereinander geschaltet – der Weg ist also vorgegeben. Die Lösung eines jeden Rätsels besteht aus einer Gradzahl und einer Länge. Mit Hilfe des Ortes, an dem man sich befindet, kann man aus dieser Lösung dann mit Hilfe des Lineals und des Winkelmessers den nächsten Ort bestimmen. Das ist auch ein kleines Manko an dem Spiel. Der Umgang mit den Werkzeugen ist etwas frickelig – vor allen Dingen wäre es gut, wenn beide wie bei Schulmaterial durchsichtig sind, dann könnte man besser sehen, wohin man strebt.

 

Die Rätsel

Die Rätsel sind auf den Karten untergebracht. Insgesamt hat man 12 Stück vor sich, wobei die einzelnen Rätsel im Normalfall in unter 10 Minuten gelöst werden können. Laut Verpackung werden ca. 90 Minuten Spielspaß vorausgesagt, wir haben zu zweit im Probespiel etwas über mehr als das gebraucht. Theoretisch sollen bis zu 6 Personen über 14 Jahre mitspielen können. Praktisch dürften sich wegen der linearen Vorgehensweise bei 4 oder mehr Mitspieler*innen einige langweilen. Dafür dürfte es auch möglich sein, mit jüngeren zusammen zu spielen.

Man hat im Normalfall eine Karte für den Ort und eine oder mehrere zusätzliche Karten. Dazu gehört immer eine Karte aus dem Notizbuch des Tempelritters. Nach der Lösung des Rätsels an einem bestimmten Ort kann man sämtliche damit zusammenhängende Karten weglegen.

Die Rätsel sind vielfältig. Manche sind einfach, sobald man den Trick herausgefunden hat. Andere sind sehr kniffelig und haben uns einiges an Zeit gekostet. Auch die Art der Rätsel variiert. Chiffrierungen, logische und auch optische Rätsel wechseln sich ab. 

Ein Vorteil gegenüber anderer Escape Games ist dabei, dass man kein zeitliches Limit hat und Fehlversuche nicht bestraft werden. Allerdings gebe ich zu: es gibt vielleicht auch Spieler*innen, die genau das spannend finden.

Die Aufmachung

Bei allen mir bekannten Escape-Room-Spielen ist das Problem, dass die Rätsel in das Gewand der Story eingebunden werden müssen. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Im Schatz der Templer ist die Umsetzung gut gelungen. Das liegt auch am Aufbau und den Illustrationen, die sehr stimmig sind.

Auch die Geschichte überzeugt. Die historischen Hintergründe sind sogar so interessant, dass wir uns während des Spiels hin und wieder über die Orte und über historische Zusammenhänge informierten.

Die Geschichte

In Midlothian/Schottland wird das alte Tagebuch eine Templers gefunden. George des Laprée hat im 14. Jahrhundert die damals bekannte Welt bereist, um den Schatz der Templer zu verstecken. Die Aufzeichnungen deuten nach Jerusalem – wo auch sonst könnte die fantastische Suche beginnen?


4 /5

Schöne Beschäftigung für einen Abend

Wir haben zu zweit gespielt und sind ganz gut durchgekommen. Die Rätsel waren von unterschiedlicher Schwierigkeit, was sehr angenehm ist – nach einem knackigen Rätsel kam dann auch mal ein einfacheres und umgekehrt.

 

Positiv:
  • zerstörungsfrei – man kann es gut weitergeben (kleine Einschränkung: die Verpackung ist nicht ideal und schließt nicht vollständig – deswegen rutschen die Karten nach dem Auspacken gerne aus der Verpackung)
  • es gibt kein zeitliches Limit wie bei anderen Spielen – das war sehr entspannend
  • es gibt keine Wertung und damit auch keine Maluspunkte
  • es gibt historische Bezüge, die sich nachzulesen lohnen
  • der Aufbau und die Zeichnungen sind sehr schön
Negativ:
  • das Messen auf der Karte mittels Lineal und Winkelmesser machte keinen Spaß (hier kann allerdings gemogelt werden, in dem man in den Lösungen guckt)
  • ein Rätsel haben wir auch nach Lesen der Lösung nicht verstanden (wobei der Verdacht aufkam, dass es hier einen Übersetzungsfehler gab)
  • lineares Vorgehen
  • bedingt durch das lineare Vorgehen ist die Höchstzahl von 6 Spieler*innen zu hoch angesetzt
Weitere Informationen:
CT
Über den Autor

Carsten Thurau schreibt für Zauberwelten-Online.de.

Artikel: Escape Game: Der Schatz der Templer
Das Produkt wurde kostenlos für die Besprechung zur Verfügung gestellt.
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