Dunckell

Achtung, uralter Geist!

// Literatur
Dunckell - News

Um die alte Kirchenruine ranken sich düstere Legenden. Das schreckt die drei Freunde Tim, André und Lukas aber nicht ab, vielmehr schleichen sie sich gerade deshalb des Nachts auf das Gelände. Was als Mutprobe geplant war, endet abrupt in grauenvollem Schrecken, als eine unfassbare Dunkelheit sie alle zu verschlingen droht – und Tim verletzt zurückbleibt ...

Am nächsten Morgen ist nichts von Tim übrig als seine nackten Knochen. Die herbeigerufene Polizei ermittelt, hat aber auch keine Antwort auf die meistgestellte Frage: „Wie konnte das passieren?“ Noch glaubt niemand den Berichten der beiden überlebenden Jungen – abgesehen von dem alten Pfarrer, der die Ruine verwaltet.

Dieser warnt nun seinerseits vor einem Wesen, das schon seit Jahrhunderten in dem Gemäuer geschlummert hatte … bis die Jungen es erweckten und ihm in Gestalt von Tim Nahrung verschafften. Dunckell besteht aus reiner Schwärze, aus einer gestaltlosen Form, die den rachsüchtigen Geist von Bruder Paulus beinhaltet, der einst durch seinen leiblichen Bruder Gregorius umgebracht wurde. Er hat keine Ruhe gefunden, da Gregorius gestorben ist, bevor Dunckell sich an ihm rächen konnte.

Rachsüchtiger Geist versetzt Menschen in Angst und Schrecken

So könnte die Schlagzeile lauten, die beschreibt, was sich im Folgenden in der kleinen Stadt abspielt. Dunckell kann sich durch seine erste Mahlzeit seit Jahrhunderten (Tim) von der Ruine lösen und fahndet – da er seinen Bruder nun einmal nicht mehr töten kann – nach dessen Nachfahren. Auf dieser Suche saugt er allen Menschen, die sich ihm in den Weg stellen, das Leben aus. Zumindest all denjenigen, die es irgendwie verdient zu haben scheinen. So wird die Bevölkerung schnell dezimiert: Wer nicht verschont wird oder stirbt, flieht.

Übrig bleibt ein Teil der örtlichen Polizei, die sich nun daran begibt, Dunckell zu bekämpfen. Oder vielmehr bei Pfarrer Arnsberg einen Crashkurs in Kirchengeschichte und Dämonologie belegt, um herauszufinden, wie Dunckell in seine Schranken gewiesen werden kann. Die einzige Möglichkeit scheint zu sein, Dunckell irgendwie dazu zu bewegen, seinem Bruder zu vergeben und seinen Hass loszulassen … Aber wie schafft man das bei einer äußerst tötungswilligen, formlosen schwarzen Masse?

Jugend-Krimi-Drama-Liebes-Kirchen-Geist-Geschichte

Dunckell beginnt scheinbar als Jugendroman. Dann ist es stellenweise ein Krimi oder auch Thriller. Eine Spur Humor gibt dem Ganzen einen Einschlag zur Dramödie. Ein, zwei Liebesgeschichten kommen auch noch dazu. Und dann wäre da noch die Mischung aus kirchlicher Moral und Geister-und-Dämonen-Spuk. Was den Genre-Mix angeht, bleibt bei Dunckell (fast) keine Schublade verschlossen.

Das mag in einigen Büchern durchaus funktionieren, hier ist es leider nicht unbedingt der Fall. So wirkt das Buch in sich inkonsistent, als wüsste die Handlung selbst nicht genau, was sie sein möchte. Ob das daran liegen könnte, dass der Autor dieses Werk in mehreren Anläufen geschrieben hat, weil immer andere Buchprojekte dazwischen kamen, kann nur er selbst beantworten.

Jedenfalls wäre für die Story an sich, die prinzipiell durchaus gut hätte funktionieren können, etwas mehr Stringenz von Vorteil gewesen. Und ein ausgiebiges Lektorat und Korrektorat hätte sicherlich auch nicht geschadet – so wirken einige Dialoge leider doch alles andere als flüssig und die Wortwiederholungen häufen sich zusammen mit den Kommafehlern.

Dunckell
Andreas März
(AAVAA editions, 2015)
477 Seiten, eBook (PDF)
ISBN eBook (PDF): 978-3-944223-83-4
Webseite: Dunckell

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