Das erste PAN-Branchentreffen

Ein Nachbericht

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Rund fünf Monate nach der Gründung hat am 21. und 22. April das erste Branchentreffen des Phantastik-Autoren-Netzwerks (PAN) stattgefunden. Fast 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland und auch einigen Teilen des deutschsprachigen Auslandes hatten sich für zwei Tage im Kölner Odysseum eingefunden und über viele Themen gesprochen, die in der literarischen Phantastik tätige Menschen interessieren.

So waren Autoren und Verleger vor Ort, Lektoren und Übersetzer, Buchhändler und Literaturagenten ebenso wie Blogger und Journalisten anderer Medien. Dabei war der Nachwuchs ebenso vertreten wie langjährige Profis, z. B. die Autoren Bernhard Hennen, Markus Heitz und Kai Meyer sowie verschiedene Vertreter aus Programmleitung und Lektorat von Verlagen wie S. Fischer, Droemer Knaur und cbt.

Es war eine Fachtagung, die sich den wichtigen Fragen innerhalb der Szene gewidmet hat – z.B.: Wie sieht die Zukunft der deutschen Phantastik aus? Welche Rolle spielen Autoren-Zusammenschlüsse? Wie funktioniert das eigentlich mit der (Selbst-)Vermarktung? Und was ist mit dem Nachwuchs?

Raus aus Wolkenkuckucksheim?!

Wie ist der Stand der Phantastik in der Gesellschaft – und wo möchte sie sein? Das war eine vielbesprochene Frage auf unterschiedlichen Ebenen. In einem Vortrag arbeitete Lektor und Literaturscout Dr. Frank Weinreich Phantastik-Autoren als Zukunftsphilosophen heraus, da sie sich durchweg mit den großen gesellschaftlichen Fragen befassen.

In welcher Form sich die Phantastik tatsächlich in der Öffentlichkeit präsentieren möchte, wurde am Beispiel des Feuilletons auf dem Podium diskutiert. Dies wurde auch wieder bei Überlegungen zum Marketing aufgegriffen: So waren sich die Diskussionsteilnehmer recht einig, dass Phantastik – abseits vom erfolgreichen Mainstream – vor allem im Rahmen von „Special Events“ funktioniert, auf Conventions, Phantastik-Messen und auf für Fans besonders ausgerichteten Lesungen.

Einsam oder doch gemeinsam?

Dass die Phantastik natürlich nur eine Zukunft hat, wenn es auch Nachwuchs gibt, war allen klar. Wie genau Nachwuchsförderung aussehen könnte – oder vielleicht auch sollte –, spaltete die Gemüter dagegen: Schreiben lernen durchs reine Schreiben? Oder doch das Handwerkszeug unter Anleitung aneignen? Auch in Möglichkeiten für kollaboratives Schreiben gab es hier einige Einblicke, z.B. durch ein Impuls-Referat von Katrin Weller, der Programmleiterin von Oetinger 34, über diese besondere Online-Plattform für Nachwuchs-Autoren, -Illustratoren und -Lektoren.

Nahe lag auch, mit diesen Überlegungen generelle Anregungen zum Nutzen von Autoren-Zusammenschlüssen zu streuen, z.B. durch einen Vortrag von Hans Peter Roentgen von der Aktion Fairer Buchmarkt. Zusammen können wir mehr erreichen, wenn wir mit einer Stimme sprechen – war das Fazit. Trotzdem ändert das natürlich nichts daran, dass jeder einzelne gerne von seinem Schreiben leben möchte und sich somit gegen andere behaupten muss. Einer für einen und alle für alle?

Nach dem Branchentreffen ist vor dem nächsten

Natürlich konnte innerhalb von zwei Tagen nicht auf alle Fragen Antworten gefunden werden. Aber das Branchentreffen hat auf jeden Fall Impulse gegeben, Anregungen für weitere Gespräche, Vorträge und vielleicht auch Workshops geliefert – und den Austausch untereinander gestärkt.

Ob alle Anwesenden ausreichend „auf ihre Kosten“ gekommen sind, ist schwer zu beantworten. Die Teilnahmegebühr für die zwei Tage war schließlich nicht zu unterschätzen. Einigkeit herrschte aber dabei, dass ein Zusammenschluss wie PAN definitiv eine gute Sache ist und dass dies bestimmt nicht das letzte Branchentreffen war. (Spoiler-Alert: Der nächste Termin wird momentan für kommendes Jahr im Mai geplant.)

Zum vollständigen Programm des 1. PAN-Branchentreffens: Programm 1stPANBT

Zusätzliche Eindrücke gibt es auch unter dem Hashtag #1stPANBT.

Weitere Artikel zum Phantastik-Autoren-Netzwerk:
Das 1. PAN-Branchentreffen. Ein Vorbericht

Bilder: PAN e.V.

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