Bobby Dollar 2: Happy Hour in der Hölle

Plan: Ausbruch aus der Hölle – Erfolgschancen: Null

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Bobby Dollar ist zurück, und unser Pflichtverteidiger-Engel hat nichts von seinem derben Humor und seiner Sturheit verloren! In Band 1 brachten ein paar verschwundene Seelen sein Weltbild von Gut und Böse gehörig ins Wanken, wodurch er sich plötzlich gezwungen sah, im Himmel auf Bösewichtsuche zu gehen, während die Hölle gleichzeitig die Jagd auf ihn eröffnet hatte. Jetzt, nach dem Verlust seines Partners und seiner großen Liebe, ist Bobby ist alles andere als bereit, wieder zum normalen Alltag zurückzukehren.

Mit Mut, flotten Witzen und unerschütterlicher Entschlossenheit beschließt Bobby das Unmögliche zu wagen und als engelhafter Orpheus in die Hölle hinunter zu steigen, um seine geliebte Höllengräfin Caz aus den Fängen des Dämonenfürsten Eligor zu befreien. Denn, wie er so schön feststellt, „echte, mächtige Liebe hat auf jeden Fall eines mit der Hölle gemeinsam – sie brennt alles andere weg.“

Höllische Charaktere mit Witz und Tücke

Nur dumm, dass Liebe nicht zur Waffe taugt, denn diese hätte Bobby so manchmal bitter nötig. Das Selbstmordkommando beginnt in bester Noir-Manier mit einigen Rückblenden. Gleich zu Beginn befindet sich Bobby auf der Neronischen Brücke wieder, ein Konstrukt von gigantischem Ausmaß und fieser Historie. Mit solch wundervollen Details beweist Tad Williams nicht nur Fantasie, sondern auch, dass Humor und Horror durchaus mehr als nur ein paar Buchstaben gemeinsam haben.

Dass die Hölle kein Vergnügungspark ist, daran werden jedoch keine Zweifel gelassen. Neue und alte Charakter lassen das düstere und teilweise absurd lustige Geschehen zu etwas greifbar Realem werden. Ihre Geschichten unterstreichen mehr als alles andere, dass diese Monster und Verdammten in ihrem Schrecken doch menschlich sind. (Smyler vor allem, aber Platz zwei hat eindeutig Gob - er hat mein Herz im Sturm erobert!)

Und dies ist die große Stärke von Tad Williams: Er gibt jedem Charakter seine eigene Motivation, lässt sich nicht auf Stereotypen ein, sondern geht den Schritt weiter und gibt ihnen genug Leben, dass sie alle selbst Hauptcharaktere in ihrem eigenen Roman sein könnten.

Leider wenige Überraschungen

Dem gegenüber steht leider ein Buch, welches wenig neue Gedanken beinhaltet, welche nicht auch aus anderen Urban-Fantasy Büchern stammen könnten. Zudem beruht der Plot auf der „damsel in distress“-Idee, was den Mangel an starken Frauen nur umso mehr hervorstechen lässt. Auch bei Bobby selbst kommt es zu frustrierend wenig Charakterentwicklung. Einige Leser könnten sich auch an dem häufigen Fluchen stören.

Fazit

Wer eine düsteres Urban Fantasy Buch mit Humor, Action, interessanten Charakteren und einer faszinierenden Welt sucht, ist hier (immer noch) richtig. Wer nach Band 1 eine schnelle und tiefgreifende Weiterentwicklung des Plots erwartet, könnte enttäuscht werden.

Bobby Dollar 2: Happy Hour in der Hölle
Tad Williams (Übersetzung: Cornelia Holfelder-von der Tann)
(Klett-Cotta, 2014)
563 Seiten, Hardcover
ISBN: 978-3-608-93833-3
Webseite: Bobby Dollar bei Klett-Cotta

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