Die Siebenwindküste (DSA)

Land der Drachen und Feen

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Dieses Mal zieht es uns ins westliche Mittelreich: Albernia und das Windhaggebirge. Hier jagen Westwinddrachen in glitzernden Fluten nach Fischen, mächtige Feen führen Wanderer in fremde Welten und der launische Gott Efferd herrscht über das Land.

Auch Die Siebenwindküste macht optisch eine Menge her. In gewohntem Stil und auch entsprechender Qualität wird die Region dargestellt. Das hübsche Titelbild ist dabei nur eins von diversen Bildern, die Landschaft, Flora, Fauna und Einwohner inszenieren. Wie üblich ist das Buch komplett in Farbe gehalten und der Rand ist mit den grünen Schuppen verziert, die Regionalbeschreibungen zu eigen sind.

Natürlich starten wir mit einem kleinen Überblick der Region. In gut lesbaren Texten bekommen wir einen Eindruck von einem Landstrich, der irdisch irgendwie zwischen Schottland und Ostfriesland liegt. Mit Karten und Landschaftsbildern, die sich auch eingerahmt an der Wand gut präsentieren würden, unterstützt das Buch visuell die Beschreibung von Klima, Landschaft und Bevölkerung des westlichen Mittelreichs. Dabei variieren die einzelnen Regionen durchaus stark untereinander und inspirieren schon für sich genommen einzelne Helden oder Abenteuer.

Alle Städte und Dörfer ab 500 Einwohnern haben eine Beschreibung erhalten, die natürlich unterschiedlich ausführlich ist. So entfällt auf Havena als größte und einflussreichste Stadt der Region etwa so viel Platz wie auf alle Dörfer zusammen. Natürlich ist eine Beschreibung Albernias unvollständig ohne eine beschriebene Feenwelt, dementsprechend gibt es auch hier einige Seiten inklusive einiger bizarrer Wesenheiten und magischer Phänomene.

Freiheit!

Der nächste Teil widmet sich den verschiedenen kulturellen Aspekten der Gesellschaft. Neben der großen Liebe zur See teilen die Albernier eine große Liebe zur Freiheit und Selbstbestimmung, was sogar so weit geht, dass viele Adelige sich aus der dörflichen Politik lieber heraushalten. Generell wird man an den Film Braveheart erinnert und im Rahmen des gerade beendeten Bürgerkriegs könnte man so eine Handlung sogar einbinden. Auch Namensgebung und viele weitere kulturelle Errungenschaften lassen an die nördlichen Briten denken.

Die andere Seite Albernias ist die Hingabe an Efferd, den Gott von See und Sturm. Zwischen Deichbauern und Fischern liegt hier auch die mittelreichische Flotte vor Anker, sodass auch viele Ähnlichkeiten zur Nordseeküste vorliegen. 

Drachen!

Es folgt die Flora und Fauna der Siebenwindküste, wobei diese buchinterne Überschrift leicht irreführend ist. Bei den zwar verrückten, aber sprachbegabten Harpien, den menschenähnlichen, aber maritimen Neckern oder den zu Telepathie fähigen Westwinddrachen kann man kaum von Tieren sprechen. Zusammen mit den vielfältigen Feenwesen, die im Band vorgestellt werden, bekommt man den Eindruck, dass die Menschen nicht die alleinigen Herrscher des Landes sind. Die Pflanzen sind da weit weniger spektakulär, helfen aber praktischerweise zur Abwehr von Feen.

Natürlich gibt es auch einen ausführlichen Teil mit den Persönlichkeiten der Region, die als Auftraggeber, hilfreicher Freund oder auch als Bösewicht taugen. Die wichtigsten von ihnen sind mit Porträt und ausführlicher Beschreibung versehen. Dazu gibt es positive und negative Meinungen über sie.

Auch die Geschichte der Region wird ausführlich behandelt und lässt nicht immer nur Gutes über die Albernier sagen. So erfährt man zum Beispiel, dass der frühere Reichtum der Region auf der Sklavenhaltung von Orks basiert, die sich schließlich blutig selbst befreiten. Die Geschichte wird deutlich genauer, je näher wir an das aktuelle Datum rücken, und Veteranen können hier die Geschichten zahlreicher älterer Abenteuer wiedererkennen.

Ich bin ein Albernier!

Wer sich von der Beschreibung inspirieren lässt, bekommt auch gleich einige Anregungen für Helden aus der Region. Und damit sind nicht nur typische Professionen gemeint, die es im Band natürlich auch gibt. Aber auch Ideen für Kindheitserlebnisse und Motivationen eines derartigen Helden sind im Band aufgeführt. Natürlich sind auch einige Macken und Vorteile mit Lokalkolorit dabei. Bei der immensen Bedeutung Efferds wundert es nicht, dass auch seine Geweihten einen gewissen Platz im Band gefunden haben und zwar in einer Version, die sie auf dem Niveau des Grundregelwerks spielbar macht. Wer den Magieband nicht besitzt, kann hier auch Regeln für die albernischen Ceoladir finden, die Zauberbarden der Westküste.

Leider vermutlich exklusiv in dem Band sind Regeln für eine neue Art von Pakt: dem Feenpakt. Wenn ein Held dies wünscht, kann er sich mit einer Fee verbünden, die ihm je nach Mächtigkeit kleinere und größere Geschenke machen kann. Auf diese Art und Weise kann der Held dann einzigartige Fähigkeiten erlernen, die ihn deutlich von anderen Helden abheben.

Leider gibt es in dem Band keinen neuen Kampfstil und das trotz zwei vorgestellten Kriegerakademien und einer Schwertgesellenschule. Enttäuschend für jene, die den Band für ihren albernischen Kämpfer abgewartet haben.

Was ist mit meiner Tentakelkampagne?

Am Ende steht Mal wieder die Mysteria et Arcana, in der ein großer Fundus an Meisterinformationen untergebracht ist. Wer größere Kampagnen in den Windhagbergen oder Albernia erstellen will, findet hier seine Inspiration. Von den Kulten der Wassergötter bis zu den düsteren Geheimnissen der mächtigen Familien wird hier alles behandelt. Wer wollte nicht schon immer Riesenschildkröten gegen Krakendämonen kämpfen sehen?

Insgesamt ein weiterer hervorragender Regionalband, der Aventurien lebendiger erscheinen lässt. Die Besonderheiten der Region werden schön in Szene gesetzt und hervorgehoben. Die Siebenwindküste ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Die Siebenwindküste – Albernia und der Windhag
Daniel Simon Richter
(Ulisses Spiele, 2017)
192 Seiten, Hardcover
ISBN: 9783957521224
Webseite: Die Siebenwindküste

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