Der Schatz der Oger

​Die Welt der 1000 Abenteuer

Kategorie: Pen & Paper
von Andreas Giesbert

Die Welt der 1000 Abenteuer ist eine Reihe von eigenständigen Spielbüchern. Gemeinsam sind all den Bänden der jugendliche Stil und die bewusst simplen Regeln. Der Schatz der Oger ist der dritte Band der kleinen Reihe von Jens Schumacher.

Das mit 250 Abschnitten auf etwa ebenso vielen Seiten recht kurze Spielbuch führt uns in das Reich von Konduula. Genauer genommen nach Roog, einem kleinen Dorf in der Nähe des Forstes von Yorrok. Wir selbst verkörpern einen jungen Schmiedelehrling, dessen Leben in Unruhe gerät als unser genussfreudiger und ebenfalls etwas dümmlicher Vetter verschwindet. Sein Verbleib führt uns auf die Spuren der gefährlichen Oger, die in eben jenem Forst von Yorrok ihr Unwesen treiben. Es hilft also nichts und wir müssen in den nahegelegenen Ogerwald reisen.

Die Reise durch den Forst

Der Einstieg ist genauso wie die Reise selber etwas humoristisch aufbereitet. Während sich viele Spielbücher durch eine düstere Fantasywelt auszeichnen, ist Schumachers Kontinent Monravia fast idyllisch. Wir treffen auf phantastische Geschöpfe, die teilweise auch klassische Märchen bevölkern könnten und erleben viele kleine lustige Szenen. Der Aufbau unserer Reise ist gut gelungen. Manchmal sind die Szenen etwas unverbunden, dank einiger Tipps am Wegesrand und der klaren Aufgabe ist die Reise aber gut strukturiert.

Devise ist dabei, uns in unseren Vetter hineinzudenken, was tatsächlich einige Wege näher legt als andere. Dadurch gibt es fast immer Anhaltspunkte, welche Weggabelung wir einschlagen sollten. Dadurch müssen wir den Wald nicht blindlings durchqueren, was leider keine Selbstverständlichkeit im Genre ist.

Einen kleinen Wermutstropfen stellt für mich das Ende dar, das wenige Optionen bietet und etwas hart abbrechen kann. Dafür sorgt es für einigen Wiederspielwert – aber mehr muss nicht verraten werden.

Die Regeln

Auch die Regeln – wenn man denn davon sprechen kann – unterstützen den eher lockeren Stil. Nach wenigen Seiten Einführung geht die Reise schon los und alles was wir für die Charaktererschaffung machen müssen, ist, letztlich einen Haken bei einer der fünf Fertigkeiten zu setzen. Das ist hartgesottenen Spielbuchfans vielleicht zu wenig, dafür ist gewährleistet, dass die Fähigkeit auch wirklich einen Unterschied macht und man das Buch ohne großen Aufwand spielen kann.

Da wir nicht mal über Lebenspunkte verfügen und der einzige Zufallsfaktor ein Satz gedruckter Runen ist, der nicht auf Werte angewiesen ist, lässt sich das Buch sogar unterwegs spielen. Da wo Regeln vorkommen, sind diese wirklich simpel und werden im Text erklärt. So können wir beispielsweise einen Begleiter finden. Der bleibt im Hintergrund, greift aber bei markierten Abschnitten ins Geschehen ein, weshalb wir eine bestimmte Anzahl an Textstellen zurückblättern sollen, um einen alternativen Abschnitt zu bekommen. Das ist simpel und funktioniert.

Fazit

Schumachers Schatz der Oger aus der Welt der 1000 Abenteuer ist ein schnelles und jugendfreundliches Spielbuch. Der Humor der Reihe wird nicht jeder Leserin oder jedem Leser gefallen, bleibt aber allemal im Rahmen. Die zu Grunde liegende Story ist klug aufgebaut und auch der etwas andere Ansatz einer Verfolgungsjagd sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen. Der regelarme Ansatz ist konsequent und die etwas lockerere Fantasywelt eine willkommene Abwechslung.

Wer eine schnelle Spielbuchlektüre oder ein Geschenk für Fantasy-affine Verwandte und Bekannte sucht, kann ohne Bedenken zugreifen. Für tieferen Spielspaß sei Beispielsweise auf die Legenden von Harkuna verwiesen.

Das Reich der 1000 Abenteuer – Der Schatz der Oger
Jens Schumacher
(Mantikore, 2017)
1 Spieler
Webseite: Der Schatz der Oger bei Mantikore

Andreas Giesbert
Über den Autor

Andreas Giesbert schreibt für Zauberwelten-Online.de.

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