Saints Row: Gat out of Hell

Zwei Saints plündern die Hölle

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Wer ewig im Schatten seiner Inspiration steht, der wird keinen dauerhaften Erfolg haben. Diese Weisheit nahmen sich die Macher der Saints Row -Serie bereits für den dritten Teil ihrer Sandbox-Sage vor. Bekannt wurde die Serie durch den grandiosen Humor, der dem fast zeitgleich erschienenen GTA4 zugunsten eines realistischeren Settings abhanden gekommen war. Nach zwei doch relativ bodenständigen Teilen verließ man die Welt des großen Autoklaus und begann eine Odyssee in die Science Fiction: den Kampf gegen Aliens und den Cyberspace. Mit der zunehmenden Tendenz zum überdrehten Klamauk und zahlreichen popkulturellen Anspielungen hatte man mit dem vierten Teil der Saints Row -Reihe einen Gipfel der Absurdität erreicht, der so eigentlich kaum noch zu toppen gewesen ist.

Eigentlich …
Wer die Saints noch nicht kennt, der sollte vielleicht doch ein paar Teile nachholen. Die seit dem ersten Teil etablierten und auf ihre Art sympathischen Charaktere sind für Kenner der Serie kaum noch wegzudenken. Gat out of Hell setzt zeitlich genau dort an, wo das Hauptspiel endete.
Als die Saints auf Kinzies Überraschungs-Geburtstagsparty ein Ouja-board benutzen, öffnet sich ein Portal in die Hölle und der Boss, auch bekannt als unser bisheriger Hauptcharakter, wird hineingezogen.

Das lassen die Saints natürlich nicht auf sich sitzen. Und so folgen Kinzie Kensington und Johnny Gat ihrem Boss in die Hölle, wo sie den Teufel persönlich davon abhalten müssen, seine Tochter mit dem Boss der Saints zu verheiraten. Klar, dass dafür sonst niemand in Frage käme. Immerhin haben wir die Saints in den vergangenen Teilen über Bazillionen von Leichen an die Spitze der Weltherrschaft geführt – oder was davon übrig geblieben ist …

Spielprinzip
Als wir dort ankommen, erkennen wir schon, dass sich grafisch und spielerisch nicht wirklich etwas geändert hat. Wir sammeln wieder hunderte von blauen Kugeln, um unsere Fähigkeiten zu verbessern, die sich exakt genauso nutzen lassen wie im Hauptspiel. Wir absolvieren unzählige Minispiele, befreien Stadtteile und kämpfen statt gegen Aliens jetzt gegen Dämonen. Im Grunde spielen wir Saints Row 4 mit einem alternativen Skin und weniger Storymissionen.

Trotzdem macht das Spiel unglaublichen Spaß. Die Herausforderungen und Minispiele sind extrem unterhaltsam. Statt Pause zu machen, ertappe ich mich, wie ich eine halbe Stunde später immer noch in einem Affenzahn durch die Hölle fliege (ja, wir haben jetzt Flügel und diese für Saints-Fans sogar im klassischen Lila) und kleine Miniaufgaben erledige. Der Suchtfaktor für Komplettionisten ist besonders stark. Denn da es im Grunde nur auf den prozentualen Spielefortschritt ankommt, ist das Spiel in erster Linie für ambitionierte Sandboxfans interessant.

Spielverlauf
Haben wir genug Schaden angerichtet, um die Aufmerksamkeit des Teufels zu erregen, geht die Geschichte voran, die teils in Standbildern auf Buchseiten vermittelt wird. Teilweise sehen wir aber auch Cutscenes und diese liefern einen ordentlichen Ohrenschmaus: Wer Disneys Musicaleinlagen wie in Frozen liebt, wird hier voll auf seine musikalischen Kosten kommen. Alle anderen können sich über die herrliche Absurdität amüsieren, die einmal mehr an den Tag gelegt wird. Zu unseren Verbündeten zählen übrigens unter anderem Vlad Tepes der Pfähler, William Shakespeare und Captain Schwarzbart. Befreien wir sie relativ früh im Spiel aus ihrer misslichen Lage, bekommen wir sofort Zugriff auf sämtliche Spezialattacken.

Steigern wir unser Ansehen fleißig mit den zahlreichen Aktivitäten, werden nach und nach neue Upgrades freigeschaltet, für die wir die überall platzierten blauen Kugeln investieren. Die Welt, in der wir uns bewegen, wirkt durch die rasanten Flugmanöver sehr klein. Nur sehr wenige Gebäude lassen sich überhaupt betreten. Die Waffen rüsten wir an bestimmten Automaten auf. Immobilien lassen sich in der Hölle nicht kaufen, doch durch den angerichteten Schaden bekommen wir mehr als genug Geld um unsere Werte zu verbessern.

Fazit
Nach ungefähr 10 Stunden ist dann aber auch schon wieder Schluss. Und das ist nicht schlimm: Für ein kurzes Abenteuer auf dem Gerüst des vierten Teils ist Gat out of Hell durchaus eine gelungene Zusatzepisode und dazu sogar komplett im Koopmodus spielbar. Doch für einen 5. Teil wünschen wir uns wieder mehr Story, eine zeitgemäßere Optik, eine neue Location und natürlich auch wieder die komplette Saints-Crew.

Wer Saints Row 4 noch nicht besitzt und eine PS4 bzw. eine Xbox One sein Eigen nennt, sollte mit der Saint's Row Re Elected Edition liebäugeln. Käufer dieser Version erhalten so noch zusätzlich sämtliche erschienenen DLCs zu Saints Row 4. Alle anderen ist Gat out of Hell separat in der Standalone-Version zu empfehlen. Da es sich hierbei um einen generationsübergreifenden Multiplattformtitel handelt, ist die Grafik praktisch identisch mit der Last Gen-Version. 

Saints Row: Gat out of Hell 
(Volition, Deep Silver)
Plattformen: PS4, XBoxOne, Xbox360, PS3, Windows
Webseite: saintsrow.com

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