Parks

Eine Wanderschaft durch die Natur der amerikanischen Nationalparks

Kategorie: Brett- und Kartenspiele
Tags: Feuerland Brettspiel Natur Tiere
von Sebastian Pabst (Text)

Wer momentan verhindert ist, die Pracht der nordamerikanischen Nationalparks aus direkter Nähe zu erleben, kann mit Parks von Feuerland Spiele ihre Schönheit und Vielfalt in Brettspielform genießen.

Parks ist ein Brettspiel für 1 bis 5 Spieler*innen, in welchem sie mittels Nutzen von Ressourcen Parks besuchen, malerische Fotos schießen und durch geschicktes Taktieren versuchen, das Meiste aus einer einjährigen Wanderschaft durch die Natur herauszuholen. Wer am Ende von vier Jahreszeiten die meisten Siegpunkte erreichen konnte, kann mit erhabenen Gefühl und einem Spielsieg mehr im Gepäck die Heimreise in den Alltag antreten. 

 

Eine kleine, feine Schachtel 

Die Verpackung von Parks ist recht klein und nimmt daher kaum Platz im Regal ein. Im Inneren der Spielebox sind die Inhalte sauber in einem Plastik-Inlay verstaut. Dadurch gestaltet sich der Spielaufbau und -abbau als schnell absolviert.

Wer bereits mit dem Kennerspiel des Jahres 2019 namens Flügelschlag, das ebenfalls bei Feuerland Spiele erschienen ist, vertraut ist, dem werden schnell einige Parallelen ersichtlich. Die hölzernen Spielfiguren sind in weichen Pastellfarben gefärbt, ähnlich den Vogeleiern in Flügelschlag und auch die Spielanleitung ist aus Leinenpapier. 

Die hölzernen (Wanderer)-Spielfiguren gibt es in zwei Geschlechtern. Hier kann man sich dementsprechend entscheiden, ob man bei den beiden eigenen Figuren eine männliche und eine weibliche wählt, oder ob man für die eigene Wandergruppe zwei Figuren des gleichen Geschlechts (zweimal nur männlich oder zweimal nur weiblich) auf die Reise schickt. Das wirkt zeitgemäß und hebt sich von anderen Brettspielen ab, da diese Diversität andere Spiele oft vermissen lassen.

Die wundervoll illustrierten Park-Karten, von denen man im Laufe der Partie einige sammeln kann, sind von etlichen Künstler*innen der Gruppe Fifty-Nine Parks illustriert. Anstatt eines einfachen Kartenblattes sind sie in der Größe von Tarotkarten, wodurch diese Motive besonders zur Geltung kommen. 

Statt eines herkömmlichen “Startspielermarkers” aus Pappe liegt Parks ein hochwertiger Metall-Marker bei. Dieser nimmt die Form einer Ranger-Medaille an. Auch die Ressourcen des Spiels zeichnen sich aus. Sie sind aus Holz gefertigt und bestehen aus unterschiedlichen Farben und Formen.

Neben den vier Grundressourcen Sonne, Wasser, Wald und Berge verfügt Parks über zwölf Joker-Ressourcen. Diese speziellen Ressourcen können jede der vier Grundressourcen ersetzen und verleihen daher hohe Flexibilität, insbesondere beim Besuchen von Parks. Jede Joker-Ressource hat die Form eines Tieres, welches in den echten Parks heimisch ist.

Der Weg ist das Ziel 

Von besonders hoher Bedeutung in Parks ist das Management der eigenen Fortbewegung. Es gibt eine Art Streckenkarte, über die man die Figuren zieht. Eilt man über die dortigen Felder, so gibt es zusätzliche Ressourcen dafür, dass man zuerst ein Feld besichtigt hat. Zudem warten für die ersten Figuren auf dem Zielfeld kleine Belohnungen, wie zum Beispiel der Erhalt des Erstspieler*inmarkers für die nächste Runde oder Rabatte beim Einkaufen neuer Wanderaustattung. Bewegt man die eigenen Wanderinnen und Wanderer hingegen in einem gemütlichen Tempo über die Felder, so wird man zwar die oben genannte Anreize verpassen, kann aber mehr Aktionen durchführen. 

Da weder zu rasantes Durchqueren der Felder noch ein Schneckentempo zielführend sind, gilt es in Parks das richtige Mittelmaß zu finden. Dies steht meist in einem starken Zusammenhang mit den vergangenen und geplanten Aktionen der Mitspieler*innen. Wer selbst Mal auf Reisen war, kann sich davon inspirieren lassen. Nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzten ist eben genauso schädlich, wie die ganze Zeit an einem Fleck zu verharren.

Bereit, auch alleine auf Wanderschaft zu gehen?

 Auch an eine Solo-Wanderung (Solo-Modus) wurde bei Parks gedacht. Hier sorgen das Team an Parkranger*innen dafür, dass man nicht trödelt und versucht, alle Felder zu besuchen, um die maximalen Profite zu erlangen. Die Ranger*innen wählen stets Felder ohne fremde Spielfiguren, um euch bei der Wanderung nicht zu behindern. Statt bis zu vier Gegenspieler*innen stören beim Solo-Spiel negative Ereignisse die geplante Wanderroute. Diese, dem Solomodus exklusive, Ereigniskarten können, wenn sie zu einem schlechten Zeitpunkt aktiviert werden, die eigenen Pläne ruinieren. Da sowohl die Bewegung der Parkranger*innen, als auch die kommenden Ereigniskarten durch einen Zufallsmechanismus gesteuert werden, ist es von höchster Bedeutung, nicht zu gierig zu spielen und sich mit allen potentiell eintretenden Möglichkeiten vertraut zu machen. 


Fazit

Besonders angenehm beim Spielen von Parks ist das perfekt abgestimmte Flair. Die kunstvollen (Poster-)Illustrationen auf den Karten lassen den Eindruck entstehen, man wandere von Park zu Park. Dazu kommen die unterschiedlichen Holz-Ressourcen und der Startspieler*innen-Anzeiger aus Metall, der an ein Abzeichen echter Park-Ranger*innen erinnert. 

Es ist auch jeder und jedem selbst überlassen, wie sehr man die grauen Zellen anstrengen möchte. Wer will, kann die nächsten Züge der anderen Teilnehmer*innen antizipieren und versuchen, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Oder man lässt den Dingen einfach seinen Lauf und taucht in die wundervolle Welt der amerikanischen Naturparks ein und lässt die Siegpunkte mal Siegpunkte sein! Es gibt schließlich noch etliche andere Spiele, wo man die eigene spielerische Raffinesse demonstrieren kann. Parks bietet eine Auszeit an, die es sich lohnt, auszuprobieren.

Weitere Informationen:
SP
Über den Autor (Text)

Sebastian Pabst schreibt für Zauberwelten-Online.de.

Artikel: Parks
Das Produkt wurde kostenlos für die Besprechung zur Verfügung gestellt.
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