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Pagan – Die Hexenjagd geht los!

Alexander Ommer über Pagan: The Fate of Roanoke

Kategorie: Brett- und Kartenspiele
Tags: Alexander Ommer Vorabbericht Kartenspiel Wyrmgold Deckbuilding Kasper Christiansen Kåre Storgaard
von Andreas Giesbert (Text)

Zauberwelten-Online durfte das innovative Kartenspiel um eine Hexenjagd bereits vor einigen Monaten vorstellen. Was schon damals vielversprechend aussah, geht langsam in seine heiße Phase. Ende Februar soll das Spiel in einer Kickstarterkampagne realisiert werden. Ich durfte nicht nur einen überzeugenden physischen Prototyp in den Händen halten, sondern Verlagsleiter Alexander Ommer stand mir noch einmal Frage und Antwort zum Stand der Dinge.

Andreas Giesbert (Zauberwelten-Online): Lieber Alexander, schön dass du dir die Zeit für ein kurzes Interview genommen hast. Ich durfte bereits vor einiger Zeit eine Probepartie Pagan mit dir spielen und mich etwas intensiver mit dir über das Konzept unterhalten. Mittlerweile steht Pagan kurz vor seinem Kickstarterauftakt und ich würde die Gelegenheit gerne nutzen, um uns auf den neuesten Stand zu bringen. Meine erste Frage ist aber ganz unspektakulär. Stell dich und deinen Verlag Wyrmgold doch einmal kurz vor.

Alexander Ommer: Hallo Andreas, vielen Dank für die Chance, noch etwas mehr zu Pagan und Wyrmgold zu erzählen. Mein Name ist Alexander Ommer und ich arbeite seit 2003 in der Spielebranche. Zuerst Computerspiele, dann Brettspiele, dann digitale Brettspiele, seit 2019 wieder Brettspiele und 2020/2021 dann auch noch ein hybrides Scifi-Brettspiel, über das ich nach der Pagan-Kampagne gerne mehr erzählen werde. 

Den Wyrmgold Verlag gibt es seit Februar 2019 also nun schon ganze 2 Jahre! Wir haben damals die Möglichkeit gehabt, einen Uwe-Rosenberg-Titel als Einstiegsspiel (Robin von Locksley) und von Rocky Bogdanski und dem Crystal Palace-Autor Carsten Lauber das kleine, feine Kartenspiel Drachensachen zu verlegen.

Aber ich nehme an, als Fantasy-Magazin interessiert euch eher der namengebende Wyrm und sein Gold! Unser Drache (denn der alte Name des Drachen ist Wyrm) ist winzig und nennt sich Kin (japanisch übrigens für Gold). Kin ist selbst nicht größer als ein Goldstück (so wie unser kleiner Verlag) und er sammelt ständig Schätze (wie wir Spiele).

Andreas (ZW): Ja, mit Drachen rennst du bei uns magische Türen ein – oder tauchst vielleicht vielmehr durch den Türschlitz hindurch. Pagan Fate of Roanoke wurde von zwei Dänen entwickelt. Wie kamt ihr denn auf das Spiel? Und wann war euch klar, dass ihr das Spiel einfach rausbringen müsst? 

Alexander: Auf der Messe Essen 2019 hatte ich sehr viele Autoren zu Besuch. Als junger Verlag ist man da ein gerne gesehener Ansprechpartner. Schließlich ist man noch hungrig. 

Als bei den Spielvorstellungen Kȧre und Kasper mit Witch Hunt (später Pagan) bei uns vorsprachen, erkannte ich sofort das Potenzial, das in dem Titel schlummert. Hier kann man erweitern, mit wenigen Schrauben drastisch verändern und durch ein sehr frisches Gamedesign auch hervorragend eine Geschichte erzählen.

 

Der Prototyp ist bereits ein echter Hingucker

Andreas (ZW): Wer ein paar Details mehr haben möchte, kann meinen umfangreichen früheren Artikel zu Pagan lesen und bald sicher auch noch auf andere Vorstellungen zurückgreifen. Dennoch: Fasse das Spiel doch bitte einmal in ein paar Sätzen zusammen. Worum geht es in Pagan und was sind die Besonderheiten?

Alexander: Pagan ist ein asymmetrisches Zweispieler-Spiel im kolonialen Amerika von 1587, das Deduktion und Worker-Placement mit einem erweiterbaren Deckbuilder kombiniert. 

Denn auf der Insel Roanoke begibt sich ein Hexenjäger daran, eine Hexe ausfindig und unschädlich zu machen. Diese wiederum versucht ihrerseits ein Ritual mittels eines Dorfbewohners zu vollziehen. Beide brauchen dabei den Einfluss im Dorf, das durch seine Bewohner den Kern der Spielaktionen stellt.

Andreas (ZW): In unserem Gespräch hast du Pagan damals noch mit einem "Living Card Game" verglichen. Mittlerweile sprecht ihr von einem "Expandable Deduction Card Game" Das ist sicher nicht nur eine Namensänderung, oder? Hat sich konzeptionell in der Zwischenzeit noch etwas geändert?  

Alexander:Es hat mehrere Gründe. Zum einen ist der Begriff LCG durch Dritte geschützt und wir wollen natürlich niemandem zu nahe treten. Zum anderen erwartet man bei diesem Begriff, dass in kurzen und regelmäßigen Abständen weitere Kartensets, Booster oder Zyklen veröffentlicht werden. Diese Frequenz wollen wir als junger Verlag nicht leisten und haben unser Produkt so gestaltet, dass in der Grundversion alles enthalten ist, was man zum Spielen benötigt. Wir sprechen bei Pagan von einem Expandable Deduction Card Game, weil wir dennoch eine Vielzahl von Erweiterungen planen, damit das Spiel auch langfristig spannend bleibt und auch mehr und mehr Möglichkeiten zum Deckbuilding bieten soll. 

Für uns ist durchaus vorstellbar, dass das Pagan Anklang für die ein oder andere Turnierserie bietet.

Andreas (ZW): Wenn ich es richtig verstanden habe, war Pagan schon mehr oder weniger fertig, als ihr es akquiriert habt. Fertig ist aber natürlich immer relativ. Was standen denn noch für Änderungen an, worauf habt ihr den Fokus gelegt?

Alexander: Pagan war schon sehr stark ausgearbeitet. Die beiden Autoren haben das Wording der Karten auch sehr gut geschrieben, sodass wir nur noch hier und da korrigieren mussten. Beim Balancing sind wir inzwischen mit ein paar Änderungen zugange, die sich jetzt nach vielen Partien als richtig erwiesen haben. 

Wichtig sind auch die ersten Erweiterungen, die wir testen, justieren und die wir gern bei der Kickstarter-Kampagne zeigen wollen. 

Das Regelwerk war auch ein großes Stück Arbeit und musste feingeschliffen werden. Ebenfalls musste das Setting und die Artworks entworfen werden. Unsere Maren Gutt hat da wieder einen hervorragenden Job gemacht. Ihr könnt ihr übrigens gern freitagabends bei uns auf dem Discord Server beim Zeichnen zu sehen.

Andreas (ZW): Seit einigen Monaten veranstaltet ihr freitags einen digitalen Spieleabend in dem auch Pagan auf den virtuellen Tisch kommt. Wie werden eure Abende angenommen und wie kommt Pagan an?

Alexander: Ja genau. Freitags treffen wir uns ab 19:00 immer auf dem Wyrmgold-Discord. Das wird gut angenommen und hat sich seit der digitalen Spiel bei uns etabliert. Es wird viel Pagan gespielt und immer mal wieder zeigen wir auch Prototypen von anderen Autoren, die wir für interessant halten. Pagan kommt durch die Bank sehr gut an. Sowohl bei den Spielern, die auf ein schönes Thema aus sind, als auch bei den Turnierspielern, die gern optimieren.

Pagan lässt sich auch weiterhin digital testen

Andreas (ZW): Ihr finanziert Pagan über Kickstarter. Was bietet euch das Crowdfunding für Vorteile gegenüber einer klassischen Veröffentlichung?

Alexander: Der größte Vorteil ist sicher die Reichweite, die man erzielt. Gerade in diesen Corona-Zeiten hilft jede Aufmerksamkeit und man muss ein ganzes Stück größer planen lernen und sich international vernetzen. Als kleiner Verlag hoffen wir natürlich darauf, dass wir einen gewissen Underdog-Bonus haben und viele uns unter die Arme greifen und dieses wunderschöne Spiel nach oben pushen.

Es ist auf jeden Fall schon im Vorfeld eine echte Herausforderung. Wir genießen aber den Weg und hoffen viele von euch begeistern zu können.

Andreas (ZW): Für Kickstarter sind ja Stretchgoals üblich. Worauf dürfen wir uns diesbezüglich freuen und worauf freust du dich persönlich am meisten?

Alexander: Da gibt es einige. Ich darf noch nicht zu viel verraten, aber sowohl Qualität als auch Quantität werden während der Kampagne einen ordentlichen Boost erfahren. (Mehr Dorfbewohner, Deckbuilding und sehr schöne Komponenten stehen in den Startlöchern).

Andreas (ZW): Bisher sind die digitalen und physischen Prototypen nur auf Englisch. Welche Lokalisierungen plant ihr?

Alexander: Englisch und Deutsch sind sicher. Im Moment sprechen wir auch mit unseren internationalen Partnern, damit auch Versionen in Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch und weiteren Sprachen möglich werden. Das ist einfach eine Frage, wer alles am Ende auf den Zug aufspringt. Gerade falls es in der Turnierszene gut ankommt, hoffen wir natürlich darauf, dass es international auch gut vertreten ist.

Andreas (ZW): Wenn ich den Kickstarter verpassen sollte, oder nicht gleich All-In gehen möchte: Kann ich auch im Nachhinein alle Inhalte bekommen? Wie wird sich die Kickstarterversion von der regulären Version unterscheiden?

Alexander: Du sprichst hier die Kickstarter-Exclusives an. Es wird sicherlich einige Dinge geben, die man als Backer direkt dazu bekommt und die nur dann in den Handel gelangen, wenn es wirklich genug Interesse dafür gibt. Wir versuchen aber zumindest die inhaltlichen Komponenten für alle gleich anzubieten. Sicherlich wird man als Backer aber ein günstigeres Angebot ergattern und es auch früher in den Händen halten.

Andreas (ZW): Dann bleibt mir abschließend nur, euch viel Erfolg zu wünschen. Wann geht es denn mit der Kampagne los?

Alexander: Der Start ist für den 28.2. geplant und ich hoffe, dass ihr gerade in den ersten 48 Stunden so richtig Gas gebt und uns unterstützt. Wir glauben, das Pagan euch wirklich gefallen wird!

Und wenn ihr noch unsicher seid – kommt jederzeit auf Discord vorbei und probiert eine Runde oder zwei. 


Andreas Giesbert
Über den Autor (Text)

Andreas begeistert sich für Rollenspiele, Spielbücher und narrative Brettspiele. In letzter Zeit darf es auch mal ein Ausflug in die düstere Phantastik sein. Sein Profilbild verdankt er Erik R. Andara.

Artikel: Pagan – Die Hexenjagd geht los!
Das Produkt wurde kostenlos für die Besprechung zur Verfügung gestellt.
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