Outward

„Ab heute spielen wir ohne Stützräder!“

Kategorie: Games
Tags: Nine Dots Studio RPG Survival-Spiel Interview
von Marc Haarmann

Das Nine Dots Studio aus dem kanadischen Quebec beschert uns mit Outward ein Rollenspiel der anderen Art. Es ist seit dem 26. März für PC, PS4 und XboxOne erhältlich. Obwohl das Studio nur aus zehn Leuten besteht, werden Innovationen groß geschrieben und Konventionen über den Haufen geworfen. Die Botschaft des Spiels wird schnell klar: Viel zu lange schon wurden Abenteurer an die Hand genommen. Viel zu lange wurden uns außergewöhnliche Kräfte einfach in den Schoss gelegt. Viel zu lange waren wir der Mittelpunkt einer epischen Geschichte, in der niemand an unserer Macht zweifelte. Damit ist jetzt Schluss! Outward steckt uns in die Haut eines gewöhnlichen Menschen, der keine andere Wahl hat, als loszuziehen und sich den gnadenlosen Gefahren der Wildnis zu stellen. Was genau uns in Outward erwartet, hat Entwickler Guillaume Boucher-Vidal, Gründer und Präsident des Studios, im Interview mit Marc Haarmann verraten.

Zauberwelten: Welche Merkmale unterscheiden Outward von anderen Rollenspielen dieser Generation?

Guillaume Boucher-Vidal: Der größte Unterschied besteht darin, dass wir Aktionen in mehrere Schritte unterteilt haben. Nirgendwo wird dies deutlicher als in unserem Magiesystem. Es fühlt sich eher wie ein Ritual an, anstatt nur einen Knopf drücken zu müssen, um Feuerbälle schleudern zu können.

Auch die Niederlagenszenarios sind definitiv etwas Einzigartiges. Da Niederlagen ein fester Bestandteil der Charaktergeschichte sind, entwickelten wir Szenarios, die mit der Niederlage im Zusammenhang stehen. Seid ihr vor Kälte in einer bestimmten Gegend kollabiert? Vielleicht nimmt euch ein Einsiedler mit in seine Behausung und hilft euch wieder auf die Beine. Wurdet ihr von Banditen besiegt? Vielleicht nehmen sie euch gefangen und sperren euch ohne eure Waffen in ihr Camp.

Outward kann mit einem zusätzlichen Spieler im Koop gespielt werden, im lokalen Splitscreen oder online. Die Möglichkeit, im Splitscreen zu spielen, ist nahezu nirgendwo im Open-World-Rollenspiel-Genre vertreten. Es benötigte ein ganzes Stück Arbeit, dies zu ermöglichen, aber ich denke, viele Menschen werden das Spiel schon allein aufgrund dieses Merkmals kaufen, da es in den vergangenen Jahren selten genutzt wurde.

ZW: Welche Motivation bringt der Spielercharakter mit, um sein Abenteuer zu beginnen? Gibt es eine Hauptquest, der wir folgen, oder ist es eher ein Sandbox-Rollenspiel mit offenem Ende?

Guillaume: Der Charakter startet mit einer tiefen Schuld, die verzweifelte Maßnahmen verlangt, um zurückgezahlt zu werden. Ist diese Schuld beglichen, gibt es die Möglichkeit, sich drei verschiedenen Fraktionen anzuschließen. Jede bringt ihre eigene Geschichte und einen Einblick ihrer Perspektive im laufenden Konflikt mit. Man kann sich aber nur einer anschließen. Das wäre für den Spieler allerdings ein Grund, mit einem anderen Charakter neu zu beginnen.

Spieler, die die Erzählung ignorieren, können natürlich die meisten Dungeons und Regionen trotzdem betreten, aber sie würden viele der coolen Inhalte verpassen.

ZW: Das Spiel hat zeitlich begrenzte Quests. Kann der Spieler diese Quests wiederholen, wenn er sie nicht geschafft hat? Werden die Umwelt und die Reaktionen der NPCs auf den Spieler dadurch beeinflusst?

Guillaume: Wenn der Spieler eine Quest nicht schafft, können die Konsequenzen von leicht bis schwerwiegend ausfallen. In jedem Fall wird die Geschichte weitergehen. Um es erneut zu versuchen, müsste ein neuer Charakter kreiert werden. Wir erwarten nicht, dass die Spieler in ihrem ersten Durchgang alles schaffen, aber möglich wäre es durchaus.

ZW: Erzähl uns über das Skillsystem und wie der Spieler neue Talente lernen kann. Was wird benötigt, um eine neue Fähigkeit zu erlernen?

Guillaume: Der Charakter erhält neue Fähigkeiten von Trainern, die er bezahlt. Es gibt acht Haupttrainer, die jeweils einen eigenen Fähigkeitenbaum trainieren, und einige Nebentrainer, die ihm jeweils eine neue Fähigkeit beibringen. Die obere Hälfte aller Fähigkeitenbäume ist verriegelt und benötigt einen Durchbruchpunkt. Ihr startet mit drei Durchbruchpunkten und werdet keine zusätzlichen bekommen, sodass ihr weise wählen solltet. Habt ihr einmal eine Fähigkeit gelernt, behaltet ihr sie für immer.

ZW: Outward ist ein Survival-Spiel. Welche Gefahren wird der Abenteurer neben Feinden in der Wildnis antreffen?

Guillaume: Die Grundbedürfnisse sind Hunger, Durst und Ausdauer. Außerdem gibt es Kälte, Hitze, und ihr könnt krank werden. Wenn ihr all dem keine Aufmerksamkeit schenkt, können diese genauso gefährlich werden wie der Kampf mit Monstern.

ZW: Sind für die Zukunft Erweiterungen für Outward geplant?

Guillaume: Das wird ganz vom Erfolg des Spiels abhängen. Outward ist ein gewagtes Spiel von einem kleinen Team mit einem begrenzten Budget. Sollte sich das Spiel gut verkaufen und wir Erfolg haben, wären wir sehr glücklich, damit neue Inhalte für Outward produzieren zu können.


Marc  Haarmann
Über den Autor

Marc Haarmann schreibt für Zauberwelten-Online.de.

Artikel: Outward
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