Once Upon a Time – Staffel 1

Es war einmal …

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Es war einmal eine böse Königin. Besessen von dem Wunsch, das Glück von Schneewittchen und ihrem Prinzen zu zerstören, verfluchte sie das Königspaar mitsamt dem kompletten Märchenstaat an einen furchtbaren Ort ohne Happy Ends: Maine in Neuengland.

Ihrer Erinnerungen beraubt und in einem Täglich grüßt das Murmeltier-Endloszirkel gefangen, fristen die Märchenfiguren nun in Storybrooke ihre kleinbürgerliche Existenz, während die Böse Königin als Bürgermeisterin Regina Mills über das Städtchen wacht. Einzig ihr Adoptivsohn Henry altert und erkennt, dass etwas nicht stimmen kann. Als ihm ein geheimnisvolles Märchenbuch namens Once Upon A Time in die Hände fällt, durchschaut er das böse Spiel seiner Mutter und beschließt, den Fluch zu brechen. Dafür braucht er allerdings die verlorene Tochter von Schneewittchen und Prinz Charming, die als Baby dem Unheil entkam. Denn Emma ist die prophezeite Retterin, die den Fluch brechen und allen die Happy Ends zurückbringen kann.

Grimm’sche Superstars und andere Folklorehelden

Als Emma Swan die Kerze auf ihrem Geburtstagskuchen auspustet, wünscht sie sich nur, nicht mehr alleine zu sein. Wenige Sekunden später klopft es an ihrer Tür und sie steht ihrem leiblichen Sohn gegenüber, den sie nach der Geburt zur Adoption freigab. Henry holt Emma nach Storybrooke und versucht, sie fortan zu überzeugen, dass all die Einwohner in Wirklichkeit verwünschte Märchencharaktere sind. Und davon hat Once Upon a Time tatsächlich eine Menge zu bieten. So tauchen unter anderem Rotkäppchen, Rumpelstilzchen, Belle, die sieben Zwerge, der verrückte Hutmacher, Aschenputtel, Pinocchio und Hänsel und Gretel auf. Natürlich arbeiten sie in so weltlichen Berufen wie Cafébedienung, Pfandleiher und Hausmeister. Der große Spaß der ersten Staffel besteht darin, zu erraten, welche berühmte Figur sich hinter der jeweiligen Fassade versteckt. Einige Charaktere tauchen nur für einzelne Episoden auf, andere spielen größere Rollen und sind unabdingbar für die Grundmythologie der Serie.

Es war einmal … ein wenig anders, als man erwartet

Diese wird Folge für Folge in Rückblenden aufgedröselt, in denen der Zuschauer nicht nur mehr über die Fehde zwischen der Bösen Königin und Schneewittchen erfährt, sondern auch die Hintergrundgeschichten aller Charaktere beleuchtet werden. So gibt es in Once Upon a Time kein Schwarz und Weiß und der Zuschauer erkennt schnell, dass selbst das hinterlistige Rumpelstilzchen Opfer tragischer Umstände war.

Die Serie schöpft dabei ihr kreatives Potential aus. Klassiker wie Rotkäppchen bekommen einen dunklen Twist und Aschenputtels Gute Fee ist auch nicht die, die man aus den alten Geschichten kennt. Dass die Böse Königin eine ganz andere Motivation hat, als Eifersucht auf die Schönheit ihrer Stieftochter, verleiht dem Anti-Duo eine spannende Dynamik und der Geschichte die notwendige Tiefe.

Lost in Storybrooke

Once Upon a Time wurde von Edward Kitsis und Adam Horowitz erschaffen, die schon vorher als Drehbuchautoren für die Hitshow Lost arbeiteten. Auch diese Serie verwendet Rückblenden, die die Hintergrundgeschichten mit den aktuellen Geschehnissen verweben. Was in Lost das Inselleben war, ist in Once Upon a Time die Geschichte von Emma, die zum einen an Märchen glauben muss, um ihre Familie zu befreien, und zum anderen mit Reginas Intrigen und anderen Problemen kämpft.

Die Serien teilen sich nicht nur den Erzählstil. Lost-Fans werden auch den ein oder anderen vertrauten Schauspieler und etliche Anspielungen auf ihre Serie finden können. Es ist also kein Zufall, dass die Stadtuhr ausgerechnet bei 8:15 Uhr stehengeblieben ist.

Once Upon a Time überzeugt

Es macht nicht nur Spaß, die klassischen Märchen und Geschichten im neuen Anstrich zu sehen, es ist auch erfrischend, die weiblichen Helden in Action zu erleben. Keine von ihnen ist die holde Jungfer in Not. Schneewittchen weiß mit Bogen und Pfeil umzugehen, Reginas Kraft liegt in der Magie und scharfzüngigen Kommentaren und Emma argumentiert auch gerne mal mit der Kettensäge. Sie alle wissen die Serie glaubwürdig zu tragen. Mit Rumpelstilzchen besitzt die Serie dazu noch einen vielschichtigen, männlichen Charakter, der von dem britischen Schauspieler Robert Carlyle großartig porträtiert wird.

Wer schon immer wissen wollte, wie man Rumpelstilzchen mit Die Schöne und das Biest verbindet und was passiert, wenn Pinocchio erwachsen wird, der sollte Once Upon a Time nicht verpassen. Wer starke weibliche Figuren mag und Freude an kreativen Märchenneuerzählungen hat, ist hier auch richtig aufgehoben. Einzig die deutsche Synchronisation strengt durch die geschwollene Märchensprache zeitweilen an. Wer kann, sollte die Serie lieber im Original genießen.

Once Upon a Time – Es war einmal …
Staffel 1, ab 12 Jahren
(Touchstone, 2012)
Webseite: Once Upon a Time bei abc

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