Nebelmacher

Blut und Tod auf den Knochen der Titanen

// Literatur
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Totgeglaubte leben wieder, obgleich sieihrer Seelen beraubt wurden. Gewalt und Mord suchen Fomor heim. Es sind Mächte am Werk, die düsterer erscheinen als selbst die Göttin des Mordes. Darin verwickelt sind alle Menschen der Penta – bis hin zu den Titanen, auf deren Knochen Formor einst erbaut wurde.

Alle Bewohner werden von den dunklen Machenschaften, die sich mit Blut und Tod ihren Weg durch Fomor bahnen, in Mitleidenschaft gezogen. Vier Personen haben aber auch direkten Einfluss auf die Geschehnisse: Clach, der Totenkaiser, ist ein meisterlicher Assassine, der im Auftrag der Göttin des Mordens handelt und seine Opfer nicht nur tötet, sondern auch ihre Seele vernichtet. Greskegard hegt ein gesteigertes Interesse an dem Tun von Clach, das allerdings weit über seine berufliche Pflichterfüllung als Inquisitor hinausgeht und vielmehr an jahrelange Besessenheit grenzt. Auch Ormgair, der Barbar aus dem Amboss-Gebiet, möchte den Totenkaiser treffen – allerdings um ihn auf Geheiß der Götter (oder auch seines Schwertes) zu töten. Die einzige der vier, die keine Rechnung mit Clach zu begleichen hat, ist die junge Tempelritterin Morven, die ihren eigenen Rachefeldzug verfolgt.

Auf ins Gemetzel!

Nach und nach treffen die einzelnen Charaktere aufeinander – allerdings nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben. So richtig nach Plan verläuft tatsächlich für alle vier recht wenig. Das liegt zu einem guten Teil an den dunklen Mächten, die dafür verantwortlich sind, dass einige Leichen alles andere als tot sind. Stattdessen existieren sie als sogenannte Heimkehrer weiter: Menschliche Hüllen, die Wirtskörper für andere Seelen sind und durch ihren untoten Zustand schwieriger zu vernichten sind.

Zwar nicht gerade ungehindert, aber doch umso vehementer verfolgen alle vier ihre Ziele – gemäß dem Motto: „Koste es, was es wolle!“ In diesem speziellen Fall sind das vor allem Blut, Körperteile und Leben, die ausgehaucht werden. „Über Leichen“ gehen alle. Doch kommen sie auch selbst nicht ungeschoren davon ...

Episch-blutige Verwirrung

Was wäre, wenn man ein gigantisches Szenario entwirft – eine Welt, mit einer epischen Vergangenheit, verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionskonzepten –, und sie dann in Blut und Gedärmen ertränkt? Dann bekommt man Nebelmacher. Diesen Eindruck kann man zumindest an einigen Stellen gewinnen, an denen Kämpfe, Morde, Hinrichtungen und ähnliches sehr detailreich beschrieben werden. Sprachlich und stilistisch passt das Ausführliche an anderen Stellen sehr gut – aber das ist natürlich so oder so Geschmackssache.

Für die Handlung ist es gut, dass dieses Buch erst der Auftakt zu einer Trilogie ist. So besteht die Hoffnung, dass viele der offenen Fragen noch in den zwei geplanten Folgebänden beantwortet werden. Während die verschiedenen Schauplätze der Geschichte gut beschrieben sind und eine gute Orientierung in der Welt bieten, so bleibt die Vergangenheit der Geschehnisse weitestgehend im Nebel – und bietet somit noch jede Menge Spielraum für Verbindungen zur Gegenwart.

Nebelmacher
Bernhard Trecksel
(Blanvalet, 2015)
512 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-7341-6032-5
Website: Nebelmacher

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