Naruvien Art & Design

Interview mit Patricia Kahle

// LARP

Patricia Kahle beschäftigt sich mit großer Leidenschaft mit thermoplastischen Werkstoffen und deren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Unter dem Label Naruvien Art&Design baut sie allerlei schöne Dinge aus diesen Materialien: Stäbe, kampftaugliche Larp-Rüstungen und Rüstteile, aber auch Dekogegenstände und Schmuck für das normale Leben, die sie unter anderem in ihrem eigenen Online-Shop vertreibt.

Zauberwelten: Was fasziniert dich an der Arbeit mit thermoplastischen Werkstoffen? Und wie bist du damit in Kontakt gekommen?

Patricia Kahle: Zum ersten Mal bin ich auf der Role Play Convention damit in Kontakt gekommen. Am Stand von My Costumes traf ich Boris Stuhlmüller von Cast4Art, der mir geduldig alles dazu erklärte. Mich fasziniert besonders, dass man aus thermoplastischen Werkstoffen fast alles bauen kann, was man sich vorstellen kann. Viele andere Materialien eignen sich weniger gut, phantastische Rüstungen, leuchtende Stäbe oder andere phantastische Accessoires zu bauen. Thermoplaste sind in den meisten Bereichen einfach so individuell einzusetzen, dass nur die eigene Fantasie Grenzen setzt. Eigentlich sind nur Sachen schwierig zu bauen, die mit großer Hitze in Berührung kommen, sprich Kerzenleuchter kaufe ich anderweitig ein. 

ZW: Ist Naruvien Art&Design für dich ein Hobby, mit dem du dir etwas Geld dazuverdienst, oder kannst du von Deiner Kunst leben?

Patricia: Noch kann ich leider nicht davon leben, ich arbeite aber mit viel Elan daran, einmal dorthin zu kommen. Unter anderem versuche ich, der Larp-Welt zu erklären, dass dieses Material wirklich gut eingesetzt werden kann – natürlich nur bei richtiger Verarbeitung. Außerdem faszinieren mich selbst die Ideen anderer sehr, die ich oft mit Freuden umsetze.

ZW: Wofür steht Naruvien?

Patricia: Naruvien ist eigentlich mein Larp-Charakter, eine Warhammer-Hochelfe. Vor zwei Jahren habe ich erstmals aus Thermoplasten Rüstungsteile für sie gebaut, die ich direkt in der Schlacht und auf einem Con getestet habe. Meine Erfahrungen habe ich dann veröffent­licht und so ist Naruvien Art&Design entstanden.

ZW: Wann und wie bist du zum Larp gekommen? Spielst du selbst regelmäßig und welchen Anteil haben thermoplastische Materialien an deinen Kostümen?

Patricia: Vor über elf Jahren habe ich mit Vampire Live angefangen, was mein erster Kontakt mit Larp war. Ein gutes Jahr später war ich dann auf meinem ersten Großcon, dem Conquest of Mythodea. Ich besuche auch mehrmals im Jahr Live-Adventure-Veranstaltungen, da ich einen GSC spiele, eine Nyame. An jedem meiner Charaktere kann man etwas aus Thermoplast finden, und sei es nur ein Detail.

ZW: Viele thermoplastische Kostüme im Cosplay-Bereich sind eher hübsch anzusehen als wirklich funktionell. Du dagegen legst bei deinen Werkstücken sehr großen Wert darauf, dass sie larptauglich sind. Was hat dich dazu gebracht?

Patricia: Ich wollte vor allem Schönheit und gutes Aussehen mit Funktionalität zusammenbringen. Eine coole Rüstung sollte gut aussehen, aber auch Schläge, Stöße und Stürze aushalten, ohne Schaden zu nehmen oder ihn gar beim Träger anzurichten. Das war mein erstes und größtes Ziel.

ZW: Klappt das? Oder sollte man bei Rüstungen doch lieber auf Metall oder Leder zurückgreifen?

Patricia: Auch ein Lederwams kann kaputt gehen, Nieten können sich lösen, Nähte können reißen und sogar Plattenpanzer haben ihre Schwachstellen. Es kommt, egal über welches Material wir reden, auf die Verarbeitung an. Ich kann von meiner Bauweise als sicher sprechen, denn als Erstes teste ich Rüstteile an mir selbst und habe bisher nicht mehr als blaue Flecken davongetragen. Das dürfte jedem guten Larper wohl schon passiert sein – es sei denn, er ist Wasserträger und steht ganz hinten.

ZW: Angenommen, ich habe eine Idee zu einem bestimmten Gegenstand, etwa einer Rüstung oder einem Artefakt, und möchte den von dir anfertigen lassen. Wie würde das ablaufen?

Patricia: Eine solche Auftragsarbeit läuft normalerweise schriftlich über Facebook, E-Mail oder per Brief ab. Alle Wünsche müssen möglichst detailliert beschrieben werden. Gegebenenfalls sind auch Fotos oder Zeichnungen von ähnlichen Produkten hilfreich. In der Regel fertige ich dann eine Skizze an, die vom Kunden entweder angenommen oder überarbeitet wird. Je nach Aufwand wird dann eine Anzahlung fällig. Sobald diese eingetroffen ist, beginne ich mit der Fertigung des Gegenstandes.

ZW: Zu guter Letzt: Gibt es irgendein Traumprojekt, das du unbedingt irgendwann realisieren willst?

Patricia: Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll … Ich habe zu viele Ideen und viel zu wenig Zeit für ihre Umsetzung. Vom Bau eines Golems, über eine komplette Todesritterrüstung oder die Umsetzung von Groß-Requisiten ist alles dabei.

Das Interview führte Karsten Dombrowski. Vielen Dank an Patricia Kahle für das herzliche Gespräch!

Webseite: Naruvien Art&Design

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