Lords of the Fallen (Vorschau)

Erbarmungsloses Rollenspiel der alten Schule

Kategorie: Games
Tags: Windows PS4 XBoxOne Deck13
von Marc Haarmann

Es ist manchmal nicht leicht, im Schatten einer Pionierarbeit zu stehen – das musste auch Deck13-Executive Producer To­masz Gop feststellen. Ständig wird sein neues Werk Lords of the Fallen, bevor es überhaupt erschienen ist,  it der Dark Souls-Reihe verglichen. Das zeigt aber auch: Es gibt dort draußen durchaus einen nicht zu verachtenden Markt für Rollenspiele der alten Schule, durch die man sich nicht durchschnetzeln kann, wie ein warmes Messer durch Butter, sondern die erbarmungslose Gameplay-Herausforderungen darstellen.

Lords of the Fallen soll so eine Herausforderung werden, das steht fest. Als Spieler werden wir in eine sehr düstere Fantasywelt geworfen. Die Armeen des einst besiegten Gottes Rhogar bedrohen die Welt. Diese sind jedoch keine endlosen Massen an Wegwerfdämonen, jeder einzelne Gegner kann das Abenteuer unseres Helden Harkyn zu einem vorzeitigen Ende führen, wenn man die Strategie nicht anpasst. Aber auch Harkyn ist keine sensible Frohnatur. Ganz nach dem Motto Bekämpfe Böses mit Bösem! ist Harkyn ein Verbrecher, dem die Chance auf Vergebung unter der Bedingung gewährt wurde, dass er sich Rhogars finsteren Kreaturen entgegenstellt. Vor dem Spielstart wählt der Spieler eine der drei Klassen Krieger, Schurke oder Kleriker, danach steht die Weiterentwicklung dem Spieler offen. Bleiben wir defensiv und bauen auf Schutz oder entwickeln wir unseren Charakter zur Kampfmaschine? Vielleicht bleiben wir auch irgendwo dazwischen, denn nur, wer sich seinen Feinden anpasst, kann es mit allen Gegnern aufnehmen. Zumindest theoretisch ...

Mit seinem Mentor Kaslo betritt Harkyn als erstes ein verlassenes Kloster und schon hier sieht die Grafik unglaublich gut aus. Lords of the Fallen wird ausschließlich für die neue Generation der Spielekonsolen entwickelt und bietet hochauflösende grafische Details. Was besonders auffällt, sind die ungewohnt satten Farben. Die Licht- und Schatteneffekte tauchen die Spielwelt zudem in eine mys­tische und schaurige Atmosphäre.

Wer seine Augen offen hält, findet neue Rüstungen und Waffen in versteckten, aber auch schwer bewachten Truhen. Jeder Schritt könnte unserer letzter sein. Manche Gegner warten nur darauf, Harkyn hinter einer Tür aufzulauern. Ein solcher Überraschungsangriff endet meist tödlich. Aber das kann Harkyn auch! Schleicht er sich an unaufmerksame Gegner heran, kann er enormen Schaden anrichten. Allerdings klappt das nicht immer, da Harkyn in voller Rüstung kein leichter Brocken ist. Das macht ihn leider extrem schwerfällig. So ist er zwar gut gepanzert, aber einer kräftigen Komboattacke kann er kaum ausweichen, zu schnell ist die Kondition aufgebraucht. Das massive Schwert des Gegners trifft mit voller Wucht ...

Neuer Versuch: Hier bemerken wir eine weitere Parallele zur Souls-Reihe. Unsere eingesammelten Erfahrungspunkte, die noch nicht verteilt wurden, sind weg, aber wir können sie am Ort unseres Ablebens wieder einsammeln, vorausgesetzt wir erreichen diesen Ort bei diesem Versuch, denn vormals besiegte Gegner sind auch wieder da. Brauchen wir dafür zu lange, verlieren wir den Fortschritt, denn die Punkte reduzieren sich mit der Zeit, bis keine mehr übrig sind – zuerst die Gegner ausschalten und dann die Punkte einsammeln, ist damit keine kluge Option.

In schwerer Rüstung ist Harkyn zu schwer, beim zweiten Versuch wird also per Schnellauswahlmenü eine leichtere übergeworfen und das massive Schwert gegen Dolche getauscht. Die Strategie geht auf: dank leichterer Rüstung ist Harkyn agiler und verbraucht nicht seine ganze Kondition beim Ausweichen. Mit den kleinen Waffen können wir immer mal wieder Schaden anrichten, um dann schnell wieder auszuweichen. Lords of the Fallen soll den Spieler nicht zur Verzweiflung treiben. Es soll zwar hart, aber stets fair sein. Der Kampf ist immer noch knackig und fordert unsere vollste Konzentration, aber wir fühlen uns nicht mehr hoffnungslos unterlegen. Im Gegenteil: es macht enormen Spaß, den butterweichen Kampfanimationen zuzuschauen. Umso befriedigender ist es, wenn man einen besonders harten Brocken durch eine neue Strategie in die Knie zwingt und am Ende schnell die neuen Erfahrungspunkte verteilt.

Die Welt von Lords of the Fallen wird kein komplexes Open World-Szenario bieten, aber es gibt dennoch viele Dinge zu entdecken. Neben dem bislang hervorragenden Gameplay sind wir vor allem auf die Story gespannt. Mit Venetica hat Deck13 bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie eine gute Story mit gutem Gameplay verknüpfen können und Lords of the Fallen wirkte im Preview bereits sehr ausgereift und spielbar. Wie sich Harkyns Feldzug gegen die Armee des bösen Gottes Rhogar entfalten wird, offenbart sich Ende Oktober zum lange erwarteten Release-Termin.

Lords of the Fallen
(Deck 13/CI Games)
Plattformen: PC, PS4, XBoxONE

Weitere Informationen:
Marc  Haarmann
Über den Autor

Marc Haarmann schreibt für Zauberwelten-Online.de.

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