Die Legende von Dead Man’s Hand

Miniaturenspiel in perfektem Westernklischee

// Tabletop

Dead Man’s Hand ist ein Skirmisher Tabletop, das in seiner englischen Fassung bereits 2013 bei Great Escape Games erschienen ist. 2016 hat sich Stronghold Terrain des Spiels angenommen und eine deutsche Edition auf den Markt gebracht, die durch War(e)house Games vertrieben wird. Bei dieser Version handelt es sich aber bei weitem nicht um eine einfache 1:1 Übersetzung des englischen Vorgängers. Die deutsche Ausgabe orientiert sich an der französischen Version von Studio Tomahawk und wurde sowohl optisch aufgewertet, als auch inhaltlich ergänzt. Neben der eingearbeiteten Errata sind auch die Regeln aus der Erweiterung des Originals enthalten, aber auch andere Ergänzungen sind eingeflossen – wie die Optionalregeln von Studio Tomahawk oder auch Ergänzungen, die zuvor lediglich digital veröffentlicht wurden. 

Miniaturen

Zu einem Tabletop gehört natürlich eine Miniaturen-Serie. Die Figuren im üblichen 28 mm-Maßstab bestehen durchgehend aus Metall und es existieren Bandensets mit je 7–8 Modellen sowie Blister mit einzelnen Helden. Auch wenn es alternativen gibt, sind die Modelle für das Spiel empfehlenswert, da sie sowohl die einzelnen Bandenmitglieder optimal darstellen, als auch schön abwechslungsreich gestaltet sind. Auch qualitativ sind sie solide. Es gibt zwar einige Gussreste, die man entfernen muss, dafür entfallen aber lästige Zusammenbauten und man hat hinterher dennoch schöne Modelle. In Deutschland läuft der Vertrieb der Miniaturen natürlich ebenfalls über War(e)house Games.

Regeln

Dead Man’s Hand stellt sicherlich keinen Anspruch darauf, ein historisches Simulationsspiel zu sein. Vielmehr orientiert es sich an bekannten Western-Klischees und möchte eine entsprechende Atmosphäre auf dem Spieltisch verbreiten. Und dies gelingt ganz fabelhaft.

Zunächst bekommt jedes Modell eine Initiativekarte, natürlich im passenden Pokerkarten-Stil. Im Anschluss werden die Modelle in der Reihenfolge der Kartenhöhe aktiviert. Hierbei stehen jeder Figur drei Aktionen zur Verfügung, die sie für Bewegung, Zielen, Schießen, Ausruhen oder andere Aktionen nutzen kann. Schussergebnisse werden mit einem 20seitigen Würfel ermittelt. Neben Modifikationen fürs Zielen und Deckung gehen auch die Bewegungsweiten von Schütze und Ziel in die Ergebnisermittlung ein. Dieser Faktor spielt sogar eine größere Rolle als Deckung, was Dead Man’s Hand zu einem bewegten Spiel macht, bei dem es wenig bringt, wenn sich alle hinter einer Deckung verschanzen und nur noch aufeinander schießen. Das Ergebnis eines Schusses kann von einer leichten Fleischwunde bis zum sofortigen Ausschalten des Ziels reichen.

Als zusätzliches Element hat jeder Spieler einige Handkarten, mit denen er Effekte auslösen kann. Zum Beispiel könnte der soeben aktivierte Gegner nach seiner ersten Bewegungsaktion ins Stolpern geraten und den Rest seiner Aktionen verlieren. Es können auch mehrere Handkarten in einer Runde gespielt werden, doch am Rundenende wird immer höchstens eine nachgezogen. Geht man also sehr freigiebig mit seinen Karten um, hat man im Laufe des Spiels immer weniger zur Verfügung.

Die meisten Szenarios spielen klassisch auf der Straße, die durch eine Stadt führt, und sie bestehen immer aus drei Szenen: einem Prolog, dem Hauptteil und dem Finale. Da Dead Man’s Hand ein schnelles Spiel ist, kann man alle drei Szenen auch problemlos an einem Abend nacheinander durchspielen. Meist beginnen die Auseinandersetzung mit nur wenigen Bandenmitgliedern und bauen sich von Szene zu Szene zu einer größeren Schießerei auf.


Fazit

Dead Man’s Hand kann man schnell lernen, das Spiel ist kurzweilig und kann in den klischeebeladenen Szenen ein wahres Kopfkino auslösen. Es ist kein anspruchsvolles Strategiespiel, aber das soll es auch nicht sein, denn die Stärke des Spiels liegt in seiner Unterhaltungsqualität. Kurz gesagt: Dead Man’s Hand macht Spaß. Für Spieler, die das Setting mögen und gern die Ereignisse aus Western-Klassikern auf dem Spieltisch miterleben möchten, ist das Spiel empfehlenswert. Wer bereits die englische Version kennt, dem sei die gelungene deutsche Fassung dennoch wärmstens ans Herz gelegt, denn hier hat War(e)house Games ganze Arbeit geleistet und Dead Man’s Hand mächtig aufgewertet.

Die Legende von Dead Man's Hand
(Warehouse Games GmbH Verlag und Vertrieb, 2016)
96 Seiten, Hardcover
34,90 Euro
Webseiten: War(e)house Games Webseite (Facebook), Fantasy Warehouse Webseite (Facebook)

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