Interview: Julia Fränkle

Die Roman-Reihe Elfendiener

// Literatur

„Nach Wochen voller Briefe und Geschenke, erhört Saihra endlich die Avancen des Königs und wird zu seiner Mätresse. Ein Skandal am Hofe, denn sie ist nur die Tochter eines Handwerkers und muss schnell erkennen, dass sie kaum mehr als eine Trophäe ist. Doch erst die Begegnung mit dem Elfenkrieger Ranvé weckt in Saihra den Wunsch nach wahrer Liebe und Freiheit.“

ZW: Nach den Kurzgeschichten Nacht der Blutsteine und Die Köpfe der Hydra ist Der Krieger und die Mätresse der Auftakt zu deiner ersten Fantasy-Reihe mit dem Titel Elfendiener. Und da öffnet sich dem Leser direkt eine gar nicht so kleine Welt, die es zu entdecken gilt. Was macht für dich das Besondere an der Welt aus?

Das Besondere meiner Welt ist, dass sie nicht aus großen Kontinenten, sondern eher kleinen Inseln, den sogenannten Welteninseln, besteht. Lethain ist eine davon. Verbunden sind die Welteninseln durch das Große Meer, welches jedes Lebewesen nur genau zweimal im Leben überqueren kann (mit Ausnahme der Wasserelfen). Das macht den Austausch zwischen den Inseln recht schwierig und das wiederum stellt besondere Ansprüche an die Kulturen und deren Zusammenleben auf den Inseln.

ZW: Wenn du an die Anfänge der Entstehung dieser Reihe zurückdenkst: Was war der auslösende Funke, der diese Geschichte in dir angeregt hast? Eine erste Szene, ein Charakter oder etwas ganz anderes?

Das war eindeutig Ranvé, einer der Protagonisten. Die Figur dieses Elfen begleitet mich und meine Geschichten schon seit meiner Jugend. Genau genommen ist Elfendiener also nicht die erste Geschichte über Ranvé, aber die erste, die vorzeigbar für die Öffentlichkeit ist.

ZW: Zwischen der ersten Idee und der Veröffentlichung dieses Jahr ist sicherlich ein bisschen Zeit vergangen … welche Aspekte der Welt, der Charaktere oder der Geschichte sind noch genauso, was hat sich ganz verändert?

Ranvé existiert in meinem Kopf schon über zehn Jahr, aber konkret begonnen, an Elfendiener zu arbeiten, habe ich im Jahr 2013. Von da an haben sich die Welt, die in ihr lebenden Wesen und der Plot kontinuierlich weiterentwickelt. Größere Umbrüche gab es nicht, es kamen einfach immer mehr Details hinzu.

ZW: Die Liebe, wie sie in Elfendiener dargestellt wird, kann einiges überwinden, löst aber – vorsichtig gesagt – auch ein paar schwerwiegende Probleme aus. Wie kommt es, dass du Liebe und Hass bzw. Rache einen so großen Raum in deiner Geschichte gegeben hast?

Eigentlich denke ich, das ist nichts Besonderes. Viele große Erzählungen unserer Welt handeln doch von Liebe und Rache, denken wir mal an die Geschichte um Paris und Helena und die Eroberung Trojas. Ich denke, Liebe, Hass und Rache sind die größten Emotionen, die ein Mensch hegen kann und aus ihnen entsteht fast zwangsläufig nicht nur Gutes. Verbunden mit Macht kann Liebe eine echte Waffe sein.

ZW: Aus der Perspektive der Autorin: Was hat dir beim Schreiben von Der Krieger und die Mätresse am meisten Spaß gemacht? Und was ist dir eher schwergefallen?

Ich liebe es, beim Schreiben in die Welt und in die Hintergrundgeschichten der Figuren einzutauchen. Viele Details waren mir zu Anfang des Schreibprozesses noch gar nicht klar, sie entstanden erst, je tiefer ich in das Geschehen eintauchte.

Außerdem schreibe ich sehr gerne Kampfszenen, von denen gibt es im ersten Band noch nicht allzu viele, aber im zweiten findet die große Schlacht vor den Toren Ereh Erens statt. Gleichzeitig sind solche Szenen auch immer eine Herausforderung.

Manchmal fiel es mir aufgrund des Umfangs schwer, den Überblick zu behalten. Welche Augenfarbe hatte nochmal diese Figur? Da helfen nur bergeweise Notizzettel.

ZW: Und zu guter Letzt: Nun ist Der Krieger und die Mätresse ja erst der Auftakt zu deiner Reihe … wann geht es weiter und was magst du schon über den Fortgang der Geschichte verraten?

Wann es weitergeht, hängt ein wenig von den zeitlichen Kapazitäten des Verlages ab, aber ich hoffe, im Frühjahr 2017 könnte es soweit sein.

Der zweite Band trägt den Untertitel Die Feuertochter und ihr Diener. Wer aufmerksam gelesen hat, dürfte sich daraus schon ein bisschen was über den Fortgang von Saihras und Ranvés Geschichte ableiten können. Außerdem steht die große Schlacht zwischen Thakenos Volk und den Erdelfen direkt bevor. Und einige Nebenfiguren werden zunehmend wichtiger werden: Vilmos und Nîfra zum Beispiel.

Das Interview führte Christina Löw. Vielen Dank an Julia Fränkle für das herzliche (E-Mail-) Gespräch!

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