Hexenring

Im Schatten der Hexen 1

// Literatur
Hexenring - News

Eigentlich wollte Joachim Breitner ja längst nicht mehr arbeiten, aber die ruhige Stelle im Sicherheitsdienst ist ihm durch die Lappen gegangen. Umso mehr frustriert ihn der neue Fall, in dem es um verschwundene Kinder geht. Vor allem, weil es keine Spuren gibt – ja nicht einmal Hinweise auf einen Zusammenhang! Es scheint schon fast ein unglaublicher Zufall zu sein, der ihn zu Gerda Hoffmann führt, die ihn auf eine ganz unerwartete Fährte führt.

Während die Polizei sich in einer immer merkwürdiger scheinenden Spurensuche verliert, forscht Gerda Hoffmann auf ihre ganz eigene Weise. Sie hat sich alter Kräuterkunde gewidmet, die auf dem lange verlorenen Wissen der Kräuterfrauen fußt. Denn die Erbauerin ihres Hauses war eine solche und die Andeutungen, die sich in ihren Aufzeichnungen finden, künden von düsteren Ereignissen. Doch diese Aufzeichnungen machen auch deutlich, dass nicht Gerda, sondern ihre Enkelkinder im Zentrum der Ereignisse stehen werden.

Hexen oder Kräuterfrauen?

Hexenring ist der erste Band der Im Schatten der Hexen-Reihe. Es ist ein mystischer Kriminalroman, der im Harzgebirge spielt. Von der Erzählstruktur folgt er den Regeln eines Krimis und so erfährt man im Verlauf immer mehr um die Hintergründe der Geschichte, die zunehmend fantastischer wird.

Die Mystik orientiert sich dabei an deutschem Sagengut. Magie entsteht durch Kräuter und Sternenkonstellationen, das Böse kann nur in bestimmten Jahren und nach bestimmten Regeln in die Welt treten. Es gibt finstere Rituale mit Menschenopfern, mysteriöse Krankheiten und effektive Schutzzeichen und -materialien. Bei der Lektüre merkt man der Autorin die ausgiebige Beschäftigung mit den deutschen Legenden mehr als nur an.

Kommissare und Kinder

Die Protagonisten des Buches sind zahlreich und vor allem sehr glaubhaft gestaltet. Wie in den meisten Kriminalromanen sind es keine Helden, sondern normale Menschen, die in eine Geschichte hineingezogen werden. Sie bleiben während der gesamten Geschichte ihrer Persönlichkeit treu, brauchen weder Allwissenheit noch versteckte Talente, aber gelegentlich meint es das Schicksal sehr gut mit ihnen.

Neben den für Krimis typischen Ermittlern gibt es auch noch die alte Kartenlegerin und Kräuterfrau und ihre skeptischen Enkel. Dazu kommt die Geschichte einer Frau, die das letzte Aufleben der Hexen miterlebt hat und deren Vermächtnis die ganze Geschichte stützt.

Harzlegenden

Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber wird nie langweilig oder zäh. Neue Erkenntnisse werden in regelmäßigen Abständen präsentiert, ohne zu viel zu enthüllen. Die Spannung bleibt stets erhalten und die Frage, was eigentlich hinter dem Ganzen steht, lässt einen bis zum Ende nicht los.

Das Lektorat des Buches war leider nicht ganz professionell. Manche Abschnitte drehen sich etwas im Kreis, einige Formulierungen sind nicht so präzise, wie sie sein könnten, und manche Dialoge sind auch etwas diffus geraten. Zum Glück sind diese Fehler aber so klein, dass sie den Lesegenuss kaum schmälern.

Lesenswert ist der Roman hauptsächlich für Freunde von Kriminalromanen sowie Freunden von deutscher Mythologie. Da der Roman eng mit der Harzregion verknüpft ist, bietet er gerade für Kenner der Region den ein oder anderen Wiedererkennungseffekt.

Im Schatten der Hexen: Hexenring
Kathrin R. Hotowetz
(Geistmühle Verlag, 2011)
320 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 978-3-943455-00-7
Webseite: Hexenring bei Geistmühle

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