Der Herr des Feuers

Er tötet im Namen seines Gottes.

// Literatur
Der Herr des Feuers - News

Seit Anbeginn der Zeit bestimmt der Gottkaiser die Geschicke der Welt. Nur er hat die Macht, das Zweite Licht zurückzuweisen, das sich in langen Zyklen immer wieder Arakand nähert und alles Leben zu verbrennen droht. Er ist der Abgesandte des Namenlosen Gottes, der sich über die Jahrhunderte immer in neuen menschlichen Gefäßen materialisiert hat.

Bald ist es wieder so weit: Das Zweite Licht bewegt sich stetig auf Arakand zu und hat nunmehr fast die Größe des Ersten Lichtes, der Hauptsonne, erreicht. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Gottkaiser die uralten Rituale vollziehen muss, um die Menschheit erneut vor dem Untergang zu bewahren. Doch etwas ist anders: Gerüchte bilden sich, die an der Macht des Gottkaisers zweifeln … erst ist es nur ein fernes Flüstern, aber schon bald werden die Stimmen lauter – und dringen ausgerechnet aus einem Gotteshaus.

Dolch ist ein Meisterassassine im Dienste des Gottkaisers von Arakand, sein Lebenszweck ist es, im Namen seines Gottes zu töten. So zögert er auch nicht, als er den Auftrag erhält, eine ganze Hausgemeinschaft von Mönchen wegen Verrats auszulöschen. Als gläubiger Mensch ist er von der Rechtmäßigkeit seines Handelns überzeugt. Doch aus irgendeinem Grund gelingt es ihm zum ersten Mal in seiner Karriere nicht, alles gemäß seinen Anweisungen durchzuführen. War da Magie im Spiel? Oder wie sonst konnte es dem verkrüppelten Mönch gelingen, zu überleben?

Glaube ist alles.

Nach seinem Versagen wird es Dolchs persönliche Mission, diesen Hexenmeister von einem Mönch aufzuspüren und doch noch seinem Ende zuzuführen. Aber hat er überhaupt eine Chance, wenn der andere Magie besitzt? Was ist am Ende stärker – Glaube und die Macht des Namenlosen Gottes oder die düsteren Mächte eines manipulativen gebrechlichen Zauberkünstlers?

Während Dolch immer tiefer in den Fallstricken dieses ungleichen Wettkampfes zu versinken droht, werden die Aufstände gegen den Gottkaiser und das Gebrüll der Zweifler immer lauter. Dabei brennt über allem das Zweite Licht, das Arakand von Tag zu Tag mehr in einen Glutofen verwandelt. Ist das Ende der Welt tatsächlich nahe? Wird der Gottkaiser in der Lage sein, das Unheil abzuwenden? Und was hat es eigentlich mit diesem unheimlichen Wissen auf sich, das der verkrüppelte Mönch besitzen soll?

Wissen ist Macht.

Obwohl Der Herr des Feuers in einem fantastischen Universum spielt, ist die hinter der Geschichte steckende Wahrheit auch auf unsere Welt anwendbar. Was glaubt man? Weshalb glaubt man daran? Und was für Beweise braucht es für diesen Glauben? Durch Dolchs Augen erlebt der Leser seine beklemmende Suche nach der Wahrheit hautnah – sowohl die Überzeugung, die eindeutig an Fanatismus grenzt, als auch die Erschütterung, die sein Glaube im Verlauf der Handlung erfährt.

So sind es weniger die Stimmigkeiten oder Unstimmigkeiten der Geschichte, die nach dem Lesen in Erinnerung bleiben, die Stärken und Schwächen der Handlung, die Der Herr des Feuers wie wohl so ziemlich alle Bücher enthält. Stattdessen verweilt eine gewisse Nachdenklichkeit, die nicht umhin kann, Parallelen zu unserer Welt zu ziehen und Fragen aufzuwerfen, die sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen befassen. Auseinandersetzungen, die sich letztendlich – ob vorder- oder hintergründig – auf religiöse Überzeugungen zurückführen lassen, gibt es viel zu viele, um das ignorieren zu können.

Adrian Leschek
Der Herr des Feuers
(blanvalet, 2016)
448 Seiten, Paperback
ISBN: 978-3-7341-6026-4
Webseite: Der Herr des Feuers

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