Fischer Tor

Neues Label für phantastischen Lesestoff

// Literatur

Am 25. August war es soweit, Fischer Tor veröffentlichte seinen ersten Titel: Am Ende aller Zeiten von Adrian Walker. Im Verlauf des Herbstes sollen fünf weitere Veröffentlichungen folgen, drei davon zeitgleich mit den Internationalen Spieletagen in Essen.

Fischer Tor ist aber nicht irgendein neuer kleiner Verlag: Mit diesem Imprint, einem Verlag im Verlag, schaffen die renommierten S. Fischer Verlage ihre eigene phantastische Programmsparte und bringen, um es mit ihren eigenen Worten zu sagen, „eine weltbekannte Traditionsmarke für Science Fiction und Fantasy nach Deutschland.“ Die Rede ist von Tor Books, dem weltweit größten Verlag für Science Fiction und Fantasy.

Neues Label für bewährte Phantastik

Auch S. Fischer hatte schon immer phantastische Literatur im Programm, etwa die Romanreihe Der Drachenbeinthron von Tad Williams. Nun soll dieses Genre unter dem neuen Label seinen eigenen Raum bekommen. Ein eigenständiges Team verspricht, gute Bücher zu liefern, die durch ihre Originalität und ihr solides Handwerk bestechen und deren Geschichten lebendig und interessant geschrieben sein sollen. Sie sollen auch den Menschen zugänglich gemacht werden, für die diese phantastischen Themen bisher nicht zum Standardlesestoff gehört haben.

Hannes Riffel, Programmbereichsleiter von Fischer Tor, ist sicher, dass es keinen besseren Zeitpunkt gibt, ein neues deutschsprachiges Science-Fiction- und Fantasy-Programm aus der Taufe zu heben: „Phantastische Stoffe sind für viele Menschen etwas vollkommen Natürliches geworden. Sie machen nicht mehr, wie noch in den neunziger Jahren, eine abgefahrene Nische des Buchhandels aus, sondern steuern voll auf den Mainstream zu. Was früher nur ein relativ überschaubares Publikum interessiert hat, zieht heute Millionen an.“

Ehrgeizige Ziele

Die Ziele sind ehrgeizig: 25 Romane pro Jahr plant Fischer Tor künftig herausbringen. Bereits 2017 sollen monatlich zwei Titel erscheinen. Bei Mehrteilern will der Verlag sogar im Drei- bis Viermonatsrhythmus veröffentlichen, um den Bedürfnissen der Leser gerecht zu werden, die dringend wissen wollen, wie es weiter geht.

Das erste Programm spiegelt diesen Leitgedanken: Am Ende aller Zeiten ist eine klassische Dystopie, Der Winterkaiser von Katherine Addison ein psychologischer Fantasy-Roman, Der lange Weg zu einem zornigen Planeten von Becky Chambers eine Art Space-Opera, Wesley Chus Die Leben des Tao ist ein Science-Fiction-Thriller. Auch Klassiker wie The Dispossessed von Ursula K. LeGuin werden neu aufgelegt. Dieser wird unter dem Titel Freie Geister in einer Neuübersetzung von Karen Nölle erscheinen.

Rund ein Drittel des Programms soll mit Büchern bestritten werden, die bei Tor Books erschienen sind, aber auch deutsche Autoren werden veröffentlicht. Im Oktober bringt der Verlag den bereits 2015 erschienenen Roman Venus siegt von Dietmar Dath in einer um 150 Seiten erweiterten Taschenbuchausgabe auf den Markt. Das neue Buch von Kai Meyer, Die Krone der Sterne, wird ebenfalls hier erscheinen – ein Weltraumabenteuer voller Action und Magie, wie der Autor bei Face­book verrät.

Man darf gespannt sein.

Tor Online

Ein wichtiger Pfeiler der Verlagsstrategie ist die Internet Plattform Tor Online. Sie ist bereits seit dem 1. August aktiv und soll, nach dem Vorbild der amerikanischen Tor-Website, eine feste Anlaufstelle für Phantastik-Freunde werden. Angeboten wird schon jetzt eine Fülle an Informationen, die Fantasy- und Science-Fiction-Leser interessieren: Cover Previews, Kurzgeschichten wie die preisgekrönte Erzählung Die Marsianerin von Mary Robinette Kowal oder ein Prequel zum Roman Am Ende aller Zeiten von Adrian Walker. Zusätzlich gibt es Leseproben aus den aktuellen Romanen, Interviews mit den Fischer Tor-Autoren und anderen interessanten Personen aus der Welt der Nerds. Wie man Romanideen entwickelt, kann man in der Kolumne Fantasy Romane schreiben erfahren. Auch aktuelle Convention-Termine für Cosplayer und neue Kurzfilme werden vorgestellt oder der Geburtstag von Star Trek gefeiert. Mit großem Einfühlungsvermögen für die Szene und viel Können ist eine großartige Seite entstanden, die weit über eine plumpe Plattform zur Eigenwerbung hinausgeht.

Bilder: Fischer Tor

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