Feuerstimmen

Der Gesang der Magie

Kategorie: Literatur
von Christina Löw

Der Barde Aidan ist nicht gerade begeistert, als er mit seinem langjährigen Freund Revus in einem kleinen Fischerdörfchen Halt macht – selbst das Bier wird hier aus Seetang gebraut. Solche Probleme kennt Königin Elena nicht. Sie herrscht über eine der gesegneten Inseln, für ihr Wohl wird gesorgt.

Jedoch muss sie recht schnell feststellen, dass die perfekte Harmonie, in der sie bisher regiert hat, ein Ende gefunden hat: Die Magie der Inseln hat sich verändert, sie ist korrumpiert. Das zeigt sich auch bald in den Bewohnern, die ein eigenartiger Wahnsinn ergreift, in dem sie versuchen, alle in ihrer Umgebung umzubringen.

Aidan dagegen merkt, dass es wirklich immer schlimmer kommen kann, als düstere Wesen aus dem Meer steigen, die alles Lebendige zerfleischen und dabei selbst fast unverwundbar scheinen. Nur knapp kann er mit Revus und ein paar der verbleibenden Dorfbewohner entkommen.

Wenn der fünfte Drache erwacht …

Auf der Suche nach einem Grund für die Geschehnisse, auf der Flucht vor den Kreaturen, die wie aus dem Nichts zu kommen scheinen, und dem Wahnsinn, den sie verbreiten, begegnen sich Elena und Aidan. Gemeinsam stellen sie sich dem Übel, das in ihre Welt drängt und alles Leben zu vernichten droht.

Doch wie können sie den fünften Drachen aufhalten, dieses allmächtige Geschöpf der Finsternis, das aus einem jahrhundertelangen Schlaf erwacht und die Welt ein für alle Mal unterjochen möchte? Dafür müssen zunächst ein paar ganz persönliche Dämonen bekämpft werden …

Zwischen Hype und Wirklichkeit

Zu wissen, dass die Idee für das Buch von einem Musiker und einem Autor zusammen geschaffen wurde, hat mich fasziniert – ebenso, dass Magie und Musik in Feuerstimmen miteinander verwoben werden.

Jedoch wird die Geschichte dem Hype, der z. B. durch den Klappentext mit den Hinweisen „Das neue Epos des deutschen Fantasy-Stars!“ und „begeistert alle Fans epischer Fantasy“ geschürt wird, nicht gerecht. Die Idee ist schön, die Welt hat Potenzial, aber irgendwie reißt das Buch beim Lesen nicht wirklich mit. Ich hätte z. B. gerne mehr über die ganzen Hintergründe erfahren, über den Kampf zwischen den Drachen und die Entstehung der Welt, wie wir sie als Leser kennenlernen, aber auch über den Bardensturm. Das hätte sowohl die Figuren als auch die ganze Welt plastischer gemacht und mehr dafür gesorgt, dass ich beim Lesen mitfiebere.

Und war die Lovestory zwischen den Hauptfiguren wirklich auch noch nötig? Ich persönlich wäre gut ohne das romantische Hin und Her und die doch etwas langatmigen Gedankengänge der beiden über den jeweils anderen ausgekommen. Doch das ist natürlich meine persönliche Meinung.

Wiederum ganz interessant: Dennis Schunke hat die Geschichte von Elena und Aidan mit seiner A-Capella-Heavy-Metal-Band Van Canto im Konzeptalbum Voices of Fire umgesetzt.

Feuerstimmen
Christoph Hardebusch
(Piper Verlag, 2016)
Paperback, 496 Seiten
ISBN: 978-3-492-70373-4
Webseite: Feuerstimmen

Christina Löw
Über den Autor

Buchstabenverliebte Autorin, Lektorin und Übersetzerin.

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