Erellgorh – Geheime Mächte

Band 1: Ein phantastischer Reisebericht

// Literatur
Erellgorh – Geheime Mächte - News

Seit dem großen Krieg ist Frieden eingekehrt in Jukahbajahn. Die Völker leben einträchtig nebeneinander, Kulturen entwickeln sich und kaum einer denkt noch an Magie. Doch dann werden drei Jugendliche aus unterschiedlichen Bereichen auf eine Reise geschickt, die ihnen nicht nur Mut, sondern auch ein Umdenken in der eigenen Welt abfordert.

Atharu steht kurz davor, Heiler in Tangris zu werden, als seine Urmutter und Lehrerin ihres Alters und den einhergehenden Krankheiten erliegt. Doch Zeit zu trauern bleibt dem Jungen nicht, denn Ondara vertraut ihm auf dem Sterbebett nicht nur ein magisches Artefakt, sondern auch ein lange gehütetes Geheimnis an. Da aber auch andere nach den Hinterlassenschaften Ondaras trachten und ein Quäntchen ihrer Macht für sich gewinnen wollen, muss Atharu sofort aufbrechen. Das Ziel ist weit und ungewiss, nur den Namen einer Stadt und eines Magisters nimmt er mit auf seinen Weg. Na ja, und seinen Freund Brandan, der wiederum sein Frettchen Jiga im Gepäck hat. Doch schon bald werden die Freunde durch einen Angriff Vogelfreier getrennt, das Schicksal eines jeden an das Artefakt gebunden und sie selbst müssen sich in große Gefahren begeben.

Selana ist Magd in der königlichen Küche. Eigentlich läuft alles zu ihrer Zufriedenheit, nur ihrer Ziehmutter könnte es etwas besser gehen. Als die junge Frau in die unteren Viertel der Stadt geht, um jene zu besuchen, muss sie feststellen, dass der ungewöhnlich lange Regen schon weite Teile des Ortes überflutet hat. Sorgen um ihre Ziehmutter muss sie sich aber nur kurz machen, denn die ist ganz unerwartet aufgebrochen und hinterlässt Selana nur einen seltsamen Brief und ein Bruchstück aus Metall. Die jungen Magd weiß keinen anderen Rat, als dem Geheimnis und ihrer Ziehmutter hinterherzureisen. Der sichere Treck, dem sie sich anschließt, birgt jedoch seine ganz eigenen Bedrohungen.

Pitu ist das Leben auf der Straße gewöhnt. Von anderen ausgesondert, weil er seinem Volk der Urda einen grünlichen Hautton verdankt, bleibt ihm nichts anderes übrig,als sich mit Gaunereien durchzuschlagen. Die Flucht vor der Wache, die ihn seltsamerweise in die Burg statt ins Gefängnis bringen will, verschlägt ihn auf ein Schiff. Als dieses nach Verlassen des Hafens dem aufziehenden Sturm erliegt, muss Pitu all seine Gewohnheiten zurücklassen und sein Leben in ganz neue Bahnen lenken, die ihn unweigerlich nach Tyklahr führen.

Drei Jugendliche – drei Schicksale – eine Reise

Die Handlung des Buches dreht sich durchgängig um die drei Jugendlichen, die jeder in eigenen Kapiteln ihre Reise begehen. Die Einteilung macht das Buch trotz der langen Wege und ausführlichen Beschreibungen sehr kurzweilig, da jedes Kapitel einen Bruchteil der Gesamtgeschichte offenbart, Einblicke in die Hintergründe und Charaktere der Figuren gibt und jeweils mit einem kleinen literarischen Cliffhanger Lust auf den nächsten Abschnitt der jeweiligen Handlung macht. Puzzleteil um Puzzleteil erschließt sich so eine gesamte Welt, die zu Anfang des Romans vielleicht noch als friedvoll und ruhig erscheint, doch mit Verlauf der Reise immer größere Gefahren und Bedrohungen preisgibt.

Die ein oder andere Stelle mag an die Reise der Gefährten zum Schicksalsberg erinnern, doch hat Jukahbajahn seinen ganz eigenen Reiz. Die Ahnung von Magie, die sich in Artefakten und hinter Hütern verbirgt, der Fluss der Seelen und die Zusammenhänge bieten einigen Spielraum zum Sinnieren und Philosophieren und machen Lust auf mehr.


Ende gut – alles … erm, welches Ende?

Angelegt ist die Geschichte um die drei Jugendlichen in einer Trilogie. Somit war mir von vornerein klar, dass sich mit Sicherheit kein allumfassendes Ende ergeben kann. Wie viel Friede, Freude und Eierkuchen Matthias Teut uns am Abschluss des ersten Bandes präsentiert, mag ich hier natürlich nicht verraten, aber klar ist, dass der zweite Band ein Muss im heimischen Regal sein wird. Ich hab meinen jedenfalls gleich nach der Hälfte des ersten Bandes eingeheimst. Sicher ist schließlich sicher. Und auch der dritte wird sich bestimmt daneben einreihen, ist er erstmal fertig.


Fazit

Jeder, der gerne ausgiebige Fantasy-Romane liest, kommt mit Erellgorh – Geheime Mächte auf seine Kosten. Ausgeprägte High Fantasy sollte man vielleicht noch nicht erwarten, aber was noch nicht ist, wird vermutlich noch werden. Trotzdem – auch ohne die Zuhilfenahme von Feuerbällen Stufe 10 und Nekromantie Stufe 5 – geht man mit Atharu, Selana und Pitu auf eine abenteuerliche Reise, die noch einiges an offenen Punkten zu bieten hat. Als einzigen Kritikpunkt sehe ich vielleicht die zwischendurch etwas zu ausgelassene Stimmung der Mädchen an, die meine innere Feministin vielleicht auch ein wenig zu genau in Augenschein genommen hat, aber dennoch an mancher Stelle nicht zur gefährlichen Atmosphäre der Situationen zu passen scheint.

Erellgorh – Geheime Mächte
Matthias Teut
(CreateSpace, 2016)
Taschenbuch, 452 Seiten
ISBN: 978-3-946937-00-5
Webseite: Erellgorh

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