Dead or Alive 5: Last Round

Prügelnde Shopping Queens

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Der fünfte Ableger der legendären Prügelserie Dead or Alive geht in die letzte Runde. Dabei legte Entwickler Team Ninja, wie auch schon bei seinen Vorgängern, einen sehr großen Fokus auf die Präsentation von möglichst viel Haut bei möglichst wenig Stoff. Aufreizende Kämpferinnen zwängen sich in knappe Outfits und kombinieren ihre perfekten Kurven mit einer sagenhaften Oberweite, deren Physik eine eigene Einstellung in den Optionen bekommen hat. Spätestens jetzt dürfte jeder realisieren, dass die angepeilte Zielgruppe eher maskuliner Natur ist – aber diese darf sich auf eine Modenschau der besonderen Art freuen. Bei all der Fleischbeschau ist es fast verwunderlich, warum es überhaupt noch männliche Kämpfer gibt.

Shopping Queen
Und Tecmo hat anscheinend sogar den einzig möglichen Weg gefunden, Männer zum freiwilligen Shoppen von Damenkleidung zu bewegen. Anders kann man sich die Rechtfertigung eines Season-Passes für 89,99 Euro nicht erklären. Dieser enthält nicht etwa neue Stages oder Kämpfer, sondern schlichtweg Kleidung für bereits erhältliche KämpferInnen. Oder genauer: 79 Kostüme.

Dabei kostet DoA 5: Last Round im Komplettpaket lediglich um die 40 Euro und enthält bereits 400 Kostüme, 34 Kämpfer, 38 Arenen und einen sehr trashig-unterhaltsamen Storymodus. Wer noch nicht Besitzer der zwei Vorgängerversionen ist, kann sich für das Gesamtpaket im Handel entscheiden oder stattdessen ausgewählte Module im Onlineshop kaufen. Indirekt besitzt man ohnehin sämtliche Kostüme bereits. Allerdings sind sie nur als Vorschau zu sehen oder wenn man dank Kompatibilitätspatch online gegen Spieler antritt, die die neuen Kostüme bereits erworben haben. 
Keine verlorenen Spielstände

Wer Besitzer der früheren DoA5-Versionen ist und nun für die neuen Konsolen upgraden möchte, der darf seinen Spielstand mit all den bereits erworbenen DLCs konsolenübergreifend importieren. Eine verbesserte Grafik sollte man hierbei aber nicht erwarten. Immerhin laufen die Next-Gen Versionen aber stabil bei 60 Frames pro Sekunde in Full-HD.

Spielmechanik
Dead or Alive 5: Last Round hat seinen verwegenen Ruf als spielbarer Softporno eigentlich nicht verdient. Die Spielmechanik ist mit Block-, Punch-, Kick- und Grab-Button intuitiv und leicht zu erlernen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase hat man bereits die Grundlagen verinnerlicht und legt die Kontrahenten mit rasanten Kombos auf die Matte. Ganze 8 wählbare Schwierigkeitsgrade erleichtern den Einstieg und fordern auch Profis. Es gibt zahlreiche Kampfmodi wie Arcade, Time Attack, Survival und Team-Kampf, die sich meisten wahlweise alleine oder mit zwei Kämpfern als Tag-Battle bestreiten lassen. Das alles funktioniert auch problemlos mit mehreren menschlichen Spielern, sowohl im lokalen als auch im Online-Multiplayer. Dort findet man allerdings wirklich harte Brocken. Wer dafür üben möchte, kann sich am äußerst umfangreichen Tutorial-Modus austoben.

Allerdings ist bei der Portierung auf die neuen Konsolen ein schwerer Bug aufgetaucht, der insbesondere auf der XboxOne auftritt. Wer nicht riskieren will, dass sein Spielstand zerstört wird, sollte bis auf weiteres die Tutorialmissionen 40.8 und 40.9 vermeiden. Bis zum heutigen Datum ist leider noch kein Patch erschienen, der Entwarnung verspricht.

Abgesehen von diesem Malheur ist Dead or Alive in seiner hoffentlich nun finalen Form ein extrem umfangreicher Prügler mit Tonnen von freispielbaren Features (hauptsächlich Kostüme). Die Arenen sind extrem abwechslungsreich, einige gehen sogar über mehrere Ebenen. Andere haben interaktive Elemente wie Tiger, die angreifen, sobald man den Gegner in die brennenden Reifen schleudert, oder einen kompletten Zug, der in die Arena kracht, wenn man die Brücke beschädigt.

Niedlicher Trash
Wer sich an den Storymodus setzt, wird die wahre Bedeutung von Trash kennenlernen. Die Kerngruppe des Spiels wird in einer sehr lückenhaften Alibistory vorgestellt, neben etlichen kurzen Dialogen führt jedes Gespräch, und sei es unter besten Freundinnen, zu einem Kampf ohne Gnade. Teilweise hat man keine Ahnung, was dort eigentlich vor sich geht. Man wird den Gedanken nicht los, dass jeder einzelne Charakter einen Sprung in der Schüssel hat. Insbesondere, wenn niedliche junge Damen nach einem Rempler auf offener Straße nach Genugtuung in Form eines Kampfes pochen. Oder der völlig unbegründete Twist in der Antarktis, in der sich Bayman alle fünf Minuten von einem Mädchen in knapper Kleidung (wir sprechen hier von Temperaturen 40 Grad unter dem Gefrierpunkt) verprügeln lässt, ohne überhaupt zu erwähnen, was er hier macht. Aber gerade wegen seiner Absurdität ist der Storymodus recht unterhaltsam. Mehr als einmal wird man ihn aber wahrscheinlich nicht spielen.

Kaufempfehlung
Wer Dead or Alive 5 noch nicht besitzt und mit dem Kauf liebäugelt, kann mit der Boxed Version gar nichts falsch machen. Das Spiel ist umfangreicher denn je und rechtfertigt in keinster Weise einen Seasonpass, der mehr als das doppelte des Hauptspiels kostet und nur ein fünftel Umfang davon bietet. Wer unbedingt ein paar Extra-Kostüme haben will, kann sich diese für geringes Geld einzeln dazukaufen. Wer sich das Spiel mit den einzelnen Modulen separat zusammenkauft, gibt übrigens weitaus mehr Geld aus, als die Boxversion im Handel kostet. Hier sollte Tecmo wohl noch einmal einen Kurs in BWL über Preis-Leistungs-Verhältnisse belegen. Andererseits ... vermutlich geht das dreiste Konzept sogar auf. Sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt!

Dead or Alive 5: Last Round
(Team NINJA/ Koei Tecmo Games)
Plattformen: PS4, XBoxOne, PS3, XBox360, PC (Windows)
Webseite: Dead or Alive

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