Dark Souls III

Ein Seelenloser gegen die Legenden einer sterbenden Welt

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Der schwerste Souls-Teil sollte es werden. Mit dieser Aussage entzückte From Software die nervengestählten Veteranen und verschreckte die potentiellen Neulinge gleichermaßen. Wie soll man das denn bitte noch übertreffen können? Die zahlreichen Vorabtrailer zeigten Bosse, die unseren Recken mit nur einem Handschlag aus den Latschen hauen konnten. Aber Fans der Vorgänger wissen: Es gibt immer einen Weg! Ist Dark Souls III nun aber wirklich der schwerste Teil der Serie?

Wer From Software kennt, wird bereits wissen, dass sämtliche Werke des Entwicklerteams eigentlich eine komplexe Hintergrundgeschichte haben, die sich aber erst entfaltet, wenn wir uns die Ladebildschirme und Itembeschreibungen gründlich durchlesen. Im Spielablauf selbst erfahren wir nur sehr wenig.

Wir sind ein aus der Asche entstiegener untoter Krieger. Das Land Lothric ist dem Untergang geweiht. Der Konflikt zwischen Feuer und Dunkelheit bedroht die Welt. Wir wurden von der Feuerhüterin dazu auserkoren, die aus ihren Gräbern auferstandenen Aschefürsten zu besiegen. Diese waren einst mächtige Helden, die die erste Flamme hüteten. Unsere Aufgabe ist es, die Asche der Fürsten zum Feuerbandschrein zurückzubringen – jenem Ort, von dem sie einst regierten. Während wir nichts weiter als ein auferstandener Untoter sind, ist nahezu jeder Boss eine legendäre Figur der Dark Souls-Geschichte. Aus diesem Grund ist es eigentlich logisch, dass die Gefechte gegen sie alles andere als ein Spaziergang sind.

Die Reifeprüfung

Die Wahl unserer Startklasse fällt nicht leicht. Klassen wie der Krieger sind bereits einige Level aufgestiegen. Er trägt eine schwere Rüstung und kämpft mit Schwert und Schild. Der Zauberer kämpft mit einem Zauberstab aus der Ferne und ist eher schwach gepanzert. Der Herold besitzt schon zu Beginn einen Heilzauber. Wer sich nicht festlegen will, wählt den Bettler, dessen Werte alle gleich sind. Ob wir die richtige Wahl getroffen haben, zeigt sich spätestens beim ersten Boss …

Wir erwecken Iudex Gundyr, einen gefallenen Ritter, der bereits zu Beginn von einem Schwert aufgespießt ist, indem wir ihm selbiges aus dem Körper reißen. Der Gigant erwacht und attackiert uns mit schweren Sprungattacken. Der Kampf ist anspruchsvoll, aber nicht aussichtslos. Ab der Mitte des Kampfes wendet sich das Blatt jedoch. Der verdächtige Auswuchs auf seinem Rücken mutiert zu einer wabernden Masse, die es unmöglich macht, sich Iudex Gundyr zu nähern. Wir werden gnadenlos besiegt. Beim nächsten Versuch bleiben wir auf Distanz und schauen, ob sich ein Muster abzeichnet. Ein Zauberer könnte nun bequem aus der Distanz feuern. Wir aber haben uns für einen Herold entschieden. Der Heilzauber hilft jedoch nicht, weil wir gar nicht erst dazu kommen, ihn anzuwählen. Nach 20 Minuten peinlicher Niederlagen schaffe wir es endlich, dem Monstrum in den Rücken zu fallen und bestehen den Eignungstest von Dark Souls III. Ein überwältigendes Gefühl.

Asche sucht Glut

Nach dem Kampf können wir endlich unsere Seelen investieren und unsere Fähigkeiten verbessern. Zudem glühen wir nun am ganzen Körper. Unsere Lebensleiste ist fast um ein Viertel länger und wir können nun Verbündete rufen. Zugleich steigt aber auch die Gefahr, dass wir von roten Phantomen heimgesucht werden: feindliche Spieler, die unsere Glut wollen. Glut können wir erwerben oder bei besiegten Bossen erlangen. Sterben wir jedoch verlieren wir nicht nur die Glut, sondern auch ein gutes Stück unserer Lebensleiste. In einigen Gebieten gibt es allerdings so viele Invasoren, dass wir die Glut besser gar nicht verwenden.

Die Umgebung von Dark Souls lädt zum Entdecken ein. Überall gibt es versteckte Schätze, aber auch fiese Fallen. Nahe jede zweite Truhe ist eine Mimik, die unseren Helden fressen will. Der Entdeckerdrang wird jedoch letztlich mit unzähligen Waffen, Ringen, Rüstungen und Zaubern belohnt. Neben dem Hauptpfad gibt es ganze Bereiche, die rein optional sind. Das Spiel gibt aber nur wage Andeutungen, welchen Weg wir eigentlich einschlagen müssen. Es kann sein, dass wir eine ganze Weile vorankommen, nur um festzustellen, dass wir irgendwann einen Schlüsselgegenstand benötigen, der viel früher im Spiel auf der anderen Seite einer Weggabelung zu finden ist. Dafür lohnt es sich, den wenigen Dialogen der NPCs Gehör zu schenken. So kommen wir an geheime Gegenstände und Pfade in optionale Gebieten. Auch die vergleichsweise großzügig platzierten Leuchtfeuer erleichtern das Erschließen neuer Gebiete enorm. Das mag einigen Veteranen wiederum zu leicht erscheinen, spart aber auch eine Menge Frust für die weniger Geduldigen.

Kampfkunst in Perfektion

Ist Dark Souls III nun der schwerste Teil der Serie? Herausfordernd sind die Kämpfe in der Tat. Wer einfach drauflos stürmt, kommt oftmals nicht einmal in die Nähe eines verwundbaren Punktes. Angenehme Abkürzungen und die fair platzierten Leuchtfeuer verkürzen den Weg für einen erneuten Versuch. Wie auch schon im zweiten Teil kann man nun zwischen den Leuchtfeuern teleportieren. Sei es nun aufgrund dieser Komfortfunktionen oder durch die Tatsache, dass wir die Anzahl unserer Estus-Flakons dauerhaft auf über zehn erhöhen können, empfand ich selbst die heftigeren Schlachten weniger frustrierend als noch im ersten Teil. Die erhöhte Geschwindigkeit der Gegner erfordert nun allerdings mehr Ausweichrollen als Blockmanöver. Wer das Timing perfekt beherrscht, kann die Angriffe wie gewohnt parieren und Gegner mit mächtigen Konterattacken besiegen.

Jeder Waffentyp offenbart mehrere unterschiedliche Kampfpositionen, aus denen variable Attacken möglich sind. Wer die Waffe beidhändig führt, kann vernichtende Stöße vollführen. Wenn man dabei die Umgebung aus den Augen verliert, riskiert man, in kritischen Momenten nicht einmal mehr sein Schwert heben zu können. Ein Schild bedeutet hingegen zusätzliches Gewicht, aber auch extra Schutz vor Schlägen.

Die zahlreichen Bosse kämpfen in mehreren Phasen. Ist die erste Phase manchmal lediglich ein gegenseitiges Beschnuppern, kann der Boss in der letzten Phase schon mal so gnadenlos austeilen, dass Neulinge kein Land mehr sehen. In diesem Fall ruft man optional einen verbündeten Mitspieler zur Hilfe. Wer möchte, kann hingegen selbst seinen Service anbieten und sein eigenes Rufzeichen vor Bossen platzieren. Als Belohnung winken Medaillen. Wie auch in den Vorgängern kann man wieder zahlreiche Eide ablegen. Dies sind auch die einzigen als solche gekennzeichneten Nebenquests des Spiels, da sie das Sammeln bestimmter Gegenstände erfordern.

Fazit

Dark Souls III ist technisch und optisch ein atmosphärisches Meisterwerk. Im Gegensatz zum Erstling gibt es kaum Performance-Einbußen, das Spiel läuft jederzeit flüssig. Die Kämpfe fühlen sich dynamisch an und sind an Bombast kaum noch zu überbieten, was nicht zuletzt auch am epischen Soundtrack liegt. Es gibt nur wenig zu bemängeln: Zeitweise wirken mächtige Attacken zeitverzögert, sodass wir blind in eine gegnerische Breitseite laufen und dabei tatenlos zusehen müssen. Die angekündigte Erhöhung des Schwierigkeitsgrades ist dagegen weniger spürbar. Während Dark Souls III für Einsteiger wie gewohnt knackig ist, werden Fans der ersten Stunde keinen nennenswerten Anstieg verspüren.

Dark Souls III
(From Software, BandaiNamco)
Plattformen: PS4, XboxOne, PC
Webseite: Dark Souls III

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