Christian Schiffer

WASD – Bookazine für Gameskultur

Kategorie: Games Literatur
Tags: Christian Schiffer Interview Magazin WASD
von Christina Löw

„Die WASD ist das Magazin für Gameskultur. […] Uns geht es dabei weniger darum, Produktempfehlungen durch objektive Bewertungen von Grafik und Sound abzugeben. Vielmehr versuchen wir, Gaming kulturell und politisch zu verorten. Jeder, der Computerspiele liebt, soll sich hier zu Hause fühlen, egal ob Core- , Hardcore- oder Casualgamer.“

ZWO: So beschreibt ihr euch selbst auf eurer Homepage – wie ist die Idee zu diesem Konzept entstanden?

Die Idee ist aus Unzufriedenheit entstanden. Computerspiele sind ein wichtiger Teil unserer Kultur, aber Computerspielejournalismus behandelt sie immer noch wie Staubsaugerroboter. Sprich: In den gängigen Magazinen werden Spiele getestet und abgeklopft auf Stärken und Schwächen, so ähnlich wie bei der Stiftung Warentest. Das ist schon okay, das kann aber auch nicht alles sein. Deswegen habe ich mein eigenes Gamesmagazin ins Leben gerufen. In der WASD versuchen wir anspruchsvoller über Spiele zu schreiben und hintergründiger, trotzdem soll dabei der Spaß nicht zu kurz kommen.

ZWO: Wie lange hat es gedauert, bis aus der ersten Idee die erste Ausgabe wurde und wie habt ihr das geschafft?

Die Idee hatte ich Anfang 2011, die erste Ausgabe ist dann im Juni 2012 erschienen. Wie wir das geschafft haben? Na ja, ich habe damals mein Konto geplündert, um die erste Ausgabe zu finanzieren. Das war schon ein großes Risiko. Das Magazin erfährt aber Gott sei Dank so viel Zuspruch, dass es am Abend immer noch oft genug für eine warme Mahlzeit reicht (lacht). Mittlerweile bin ich auch nicht mehr alleine. Wir sind zu dritt, Markus kümmert sich um die Gestaltung, Ina um den ganzen Orgakram.

ZWO: Jede Ausgabe besitzt einen bestimmten Schwerpunkt – wonach wählt ihr diesen aus? Und was ist schon für die Zukunft in Planung?

Den Schwerpunkt wählen wir in der Redaktion aus, die zurzeit mit mir aus vier Leuten besteht. Wir folgen da keinem bestimmten Masterplan. Wichtig ist nur, dass die Themen zwar konkret sind, aber auch Spielraum lassen für skurrile, aufregende oder neue Themen. Eine Ausgabe stand zum Beispiel unter dem Thema „Geld“. Da gab es dann alles möglich zu lesen, von einem Insiderbericht aus einer Free-to-Play-Klitsche bis hin zu Überlegungen, welche wirtschaftspolitischen Ideen uns Spiele einimpfen. Das ist recht typisch für die WASD: Der Leser soll auf jeder Seite überrascht werden. Das Thema für die nächste Ausgabe steht schon fest, wird aber noch nicht verraten.

ZWO: Die WASD erscheint (momentan) halbjährlich mit einem Umfang von rund 200 Seiten. Das Bookazine ist aber nicht euer Hauptberuf – wie stemmt ihr das?

Wir drei betreiben die WASD neben unseren regulären Jobs und selbstverständlich ist das eine Belastung. Aber es ist halt unser Ding! Und manchmal darf man sogar Interviews geben (lacht). Im Ernst: Die WASD deckt ihre Kosten, macht uns aber alles andere als reich, es handelt sich weitestgehend um ehrenamtliche Arbeit. Aber diese Arbeit macht Spaß und es ist schön ein Projekt zu haben, das viele Menschen begeistert.

ZWO: Und zu guter Letzt: Einmal angenommen, ich finde WASD so toll, dass ich nicht nur lesen, sondern mich selbst gerne einbringen möchte – kann ich das einfach so machen? Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

Prinzipiell kann jeder für die WASD schreiben, es gibt kein in Stein gemeißeltes Autorenteam. Das Problem ist, dass sehr viele Leute für die WASD schreiben möchten und der Platz im Bookazine begrenzt ist. Wer es probieren möchte, kann uns aber gerne eine Mail schreiben und Arbeitsproben mitschicken.  

Das Interview führte Christina Löw. Vielen Dank an Christian Schiffer für das herzliche (E-Mail-) Gespräch!

ca. 200 Seiten pro Ausgabe 
ab 15,90 Euro, halbjährlich


Christina Löw
Über den Autor

Buchstabenverliebte Autorin, Lektorin und Übersetzerin.

Artikel: Christian Schiffer
Dieser Artikel ist erschienen bei:

Kommentare

Empfehlungen der Redaktion

WASD 05 - Computerspiele und das liebe Geld
Games Literatur

Ausgabe 05 der WASD steht ganz im Zeichen des Geldes, „denn ohne Geld geht nichts, auch nicht im Computerspiel.“

Artikel mit gleichen Tags

Die Hörspielwiese 2018 - Interview mit Eva und Martin
Veranstaltungen
Tags: Hörspielwiese Hörspiele Messe Interview Video Köln Eva Schwert Martin Stengel kostenlos

Ein Interview mit zwei der Organisator*innen der Hörspielwiese 2018 in Köln.

Moritz Jendral - „Ich möchte die Außenwelt faszinieren und begeistern“
LARP
Tags: Moritz Jendral Interview Fotograf

Kathrin Oeltjen befragte Moritz Jendral zu seinem Zugang zur Fotografie, seine Finanzierung über Patreon und den aktuellen Larp-Fotokalender.

Michael Menzel - Der Andor-Erfinder im Interview
Brett- und Kartenspiele
Tags: Michael Menzel Andor Interview

Viele Spieler kennen und schätzen das Brettspiel Die Legenden von Andor. Kaum jemand kennt aber den Erfinder hinter diesem Spiel mit dem Zeug zum Klassiker.

WASD 05 - Computerspiele und das liebe Geld
Games Literatur
Tags: WASD Magazin

Ausgabe 05 der WASD steht ganz im Zeichen des Geldes, „denn ohne Geld geht nichts, auch nicht im Computerspiel.“

Weitere Artikel

Die Hörspielwiese 2018 - Interview mit Eva und Martin
Veranstaltungen

Ein Interview mit zwei der Organisator*innen der Hörspielwiese 2018 in Köln.

Cthulhu Pulp - Den Kampf zu Cthulhu tragen
Pen & Paper

Statt langsam dem cthuloiden Horror zu verfallen, nehmen die Helden endlich einmal selbst die Waffen in die Hand und machen Jagd auf den Mythos.

4.5 /5

Träume voller Schatten - Wenn Alptraum auf Wirklichkeit prallt
Literatur

Patrick ist Model. Na ja, er möchte eines werden, daher pflegt er sein Aussehen mit äußerster Sorgfalt. Als er bei der Auswahl zu "Germanys Next Topmodel – Men" auftritt, steht der Kurs auf Erfolg. Bis zu einer Begegnung, die sein Leben verändert.