Baldur’s Gate: Enhanced Edition

Aufgewärmtes schmeckt besser

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Wer ein taktisches Rollenspiel mit einer umfangreichen Geschichte sucht, ist bei Baldur's Gate auch nach vielen Jahren noch gut aufgehoben. Im Dezember 1998 brachte Interplay Entertainment die Pen&Paper Portierung auf unsere PCs und begeisterte damals eine riesige Horde von Computerspielern. Eine gute Story ist zeitlos und kann technisch aufgepeppt auch Jahre später noch Neuspieler und vergessliche Altspieler faszinieren. Aber ist dies Beamdog mit der Enhanced Edition tatsächlich gelungen?

Welcher Inhalt ist neu?
Das Spiel ist größtenteils unangetastet geblieben, lediglich drei neue Gefährten wurden ergänzt. Neben ihrer eigenen Charaktergeschichte besitzen die Drei auch neue Fertigkeiten, womit sich neue taktische Möglichkeiten auftun. Auch sind die neuen Party-Mitglieder um einiges gesprächiger als die altbekannten Kameraden. Dazu startet jeder der Neulinge noch eine eigene, neue Quest, die frischen Wind in die Story bringt.

Technische Neuerungen
Ursprünglich war das Spiel für eine Auflösung von 640x480 Pixel gemacht, was nur durch spielfremde Mods verändert werden konnte. Mit der Enhanced Edition ist es nun möglich, die Welt von D&D auch auf großen Monitoren spielen zu können. Wer sich noch an das ständige CD-Gewechsel beim Original erinnert, kann aufatmen: Dies entfällt natürlich und nicht einmal Ladescreens stören durchgehendes Zocken. Leider hat sich ansonsten an der Grafik nicht wirklich etwas getan. 

Der Spielspaß
Der RPG-hungrige Spieler kommt hier voll auf seine Kosten. Viel Text und Geschichte, wechselnde Schauplätze und Entscheidungen, die den Spielverlauf beeinflussen, warten auf einen. Auch das Taktikerherz kommt nicht zu kurz: Die Kämpfe sind zwar nicht rundenbasiert, allerdings hängt der Ausgang eines Kampfes stark von der Gruppenkonstellation ab und ob sich die verschiedenen Fertigkeiten der Charaktere gut ergänzen. Um eine intensivere Auseinandersetzung mit den Charakteren, deren Fertigkeiten und Ausrüstung kommt man deshalb nicht herum.

Fazit
Wie bereits erwähnt, verfügt das Spiel über eine gänzlich zeitlose Geschichte und ein komplexes Kampfsystem. Dies muss als Kaufgrund jedoch ausreichen, denn optisch ist das Spiel eine Enttäuschung. Schon nach dem Start wartet hier das 16 Jahre alte Pixelmenü. Auch im Spiel werden lediglich die alten Grafiken des Klassikers verwendet. Diese sind mittlerweile so überholt, dass jeder mit etwas Geduld und einem beliebigen RPG-Maker gleichwertige Maps out-of-the-box produzieren könnte. Aussehen und Animation der Figuren lässt mehr als zu wünschen übrig. Auch das Interface erinnert an die Optik der 90er, wo doch eine Neugestaltung wirklich schnell gemacht wäre und dem Ganzen einfach zu neuem Glanz verholfen hätte.

Der Kaufpreis steht mit derzeit 19,99€ somit nicht im Verhältnis zu den Leistungen der Neuauflage. Wer darüber hinwegsehen kann, bzw. den Charme der 90er sucht und ebenso eine große Schwäche für Rollenspiele hat, dem seien hier schöne ca. 100 Stunden Spielspaß versprochen!

Baldur’s Gate: Enhanced Edition
(Beamdog)
Plattformen: Mac, PC (Linux, Windows)
Webseite: Baldur's Gate

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